Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Gott kann alles

Heinz erzählt wie er die Kopf-Operation überstanden hat

Viele wissen, dass ich im letzten Sommer ins Spital musste. Ich möchte von meinem Spitalaufenthalt und vom Erlebten erzahlen.

Ich ging wie immer jedes Jahr im Frühling den Kopf röntgen. Ich fühlte mich normal. Drei Wochen später musste ich wieder zum Arzt gehen, um das Ergebnis zu holen und zum Besprechen. Im Grossen und Ganzen war alles wie immer und gut. Vorne links sah man aber einen Tumor. Man wusste nicht so genau was für ein Tumor das genau war. Ich musste noch warten. Der Arzt musste mit seinem Direktor besprechen, wie weiter mit mir. Deshalb musste ich weitere vier Wochen warten. Ich war in dieser Zeit ruhig und betete oft. Dann bekam ich wieder ein Aufgebot zu einer Besprechung mit dem Arzt. Da kam die Antwort: Man muss mich vorne links am Kopf operieren!!!

Heinz

Heinz

Ich war trotz allem ruhig und konnte weitersprechen. Es gab viel zum Besprechen: Wann ich ins Spital muss usw. Ich wollte mich noch nicht entscheiden und verlangte eine Bedenkzeit. Ich überlegte mir, was ich machen soll. Ich betete viel. Nach zwei Tagen Bedenkzeit gab ich dem Arzt mein Einverständnis zur Operation. Sie sollte drei bis fünf Wochen später stattfinden.

In dieser Zeit war ich sehr ruhig. Ich war gar nicht nervös oder hatte keine Angst. Ich konnte im Gebet daran denken, dass ich nicht alleine bin und dass Gott es so will. Aber ich musste auch mit Zweifeln kämpfen. Ich nahm die Tage so, wie sie kamen ...

Und so kam der 14. August 2000. Ich ging an diesem Tag nach Zürich ins Universitätsspital. Ich war sehr ruhig und hatte keine Angst. Ich durfte ja wissen, dass Gott bei mir ist. Ich hatte an diesem Tag noch verschiedene Untersuchungen und wurde vor allem geröntgt. So wurde mir auch gesagt, das man mich am nächsten Tag operieren wird.

Ich hatte einen Wunsch. Ich wollte den Professor sehen, der mich operieren wird. Ich sah ihn noch nie persönlich. Mir wurde mitgeteilt, dass es nur vielleicht geht, da er viel zu tun hat. Und so kam es doch, das der Professor noch Zeit für mich persönlich hatte. Er war ganz verständnisvoll und ich konnte ihn noch alles fragen, was ich gerne wissen wollte. Zwar verstand ich ihn nicht gut, aber eine Schwester übersetzte mir und es ging gut.

Am Abend kam noch der Narkosenarzt mich begrüssen wegen der Operation am nächsten Tag. Ich konnte ihm erklären, dass ich ablesen müsse und verstand ihn auch gut.

So kam dann für mich die letzte Nacht vor der Operation. Die Schwester fragte mich vieles: Ob ich Schlaftabletten wolle, ob ich Angst hätte oder ob ich nervös wäre. Ich konnte auf die Medikamente verzichten und war ruhig. Dafür darf ich Gott sehr danken.

Am 15. August am Morgen wurde ich um fünf Uhr geweckt. Ich musste duschen und mich bereit machen. Ich hatte noch viel Zeit und musste lange warten. Ich konnte so gut nachdenken und beten. Deshalb hatte ich keine Angst. Genau um sieben Uhr ging es dann los. Mit dem Bett ging es in den Operationssaal. Die Augen hatte ich zwar geschlossen.

Ich hatte keine Angst, da ich fest im Gebet sein durfte und so ruhig war. Dort angekommen, verabschiedeten sich die Schwestern von mir und die Leute im Operationssaal grüssten mich. Alle hatten einen Mundschutz. Zwar schaute ich nicht immer. Aber sie stellten mir oft Fragen. Der Narkosenarzt ‹riss› dann seinen Mundschutz schnell ab und wollte noch viel sagen. Ich aber blieb lieber still und hatte die Augen zu. Bald merkte ich, dass ich einschlief ...

Auf einmal erwachte ich wieder. Ich merkte gerade noch, wie das Bett ins Zimmer kam.

Ich grüsste die Leute um mich herum. Ich merkte auch, dass es mir wohl war. Ich konnte an alles denken und fühlte mich gut. Es war genau halb zwei Uhr. Die Operation dauerte vier Stunden. Ich war nun im Aufwachraum. An mir wurden viele Kabel und Schläuche angemacht, um zu messen und zu kontrollieren. Ich hatte keine Schmerzen, wofür ich sehr, sehr dankbar war. Ich war sehr müde. Weil ich liegen musste, machte es nichts.

Genau nach vier Stunden im Aufwachraum kam die Antwort, dass alles gut ist. Ich konnte wieder ins normale Zimmer. Alle Kabel und Schläuche wurden entfernt. Ich bekam nur noch Infusion. Ich bekam etwas zum Abendessen und konnte sogar etwas essen. Ich fühlte mich gut. Oft fragten die Schwestern, ob ich etwas brauche und so weiter. Sie sprachen deutlich und ich verstand alles gut. Ich hatte nie Schmerzen und war sehr dankbar.

Ich musste sehr viele Medikamente schlucken, was ich eigentlich nicht kenne. Ich nehme sonst gar keine Medikamente. Ich durfte nicht aufstehen und musste 36 Stunden flach liegen. Das Liegen machte mir nichts aus, weil ich sehr müde war. In der Nacht schlief ich gut und es ging mir gut. Es war mir nie langweilig.

Ich freute mich sehr auf den Zeitpunkt, an dem ich aufstehen durfte. Zu meinem Erstaunen ging es gut und mir wurde es nicht schwindlig. Ich durfte im Zimmer ein paar Schritte gehen. Ich durfte das nur in Begleitung einer Schwester machen. Bald stand ich aber auch alleine auf, wenn niemand da war und spazierte einfach im Zimmer herum. Bald wagte ich mich auch aus dem Zimmer hinaus. Doch das war nicht gut und die Schwestern schimpften mit mir. Sie sagten: ‹Es ist zu gefährlich› und ich wurde wieder ins Zimmer zurückkommandiert ...

Für mich vergingen die Tage schnell. Manchmal bekam ich Besuch. Es kamen auch einige von der CGG bei mir vorbei und ich konnte mit ihnen gut sprechen.

Man fragte mich, wohin ich nach dem Spital hin möchte. Nach Hause oder in eine Kur? Ich musste selber entscheiden. So beschloss ich, nach Leukerbad zu gehen. Ich war zehn Tage im Spital, als ich entlassen wurde. Es ging alles gut und ich konnte immer besser laufen.

Am 25. August wurde ich nach Leukerbad gebracht. Für mich war das neu und zum ersten Mal eine Kur. Den Leuten dort musste ich wieder erklären, was ablesen heisst. Aber es ging gut. Ich hatte viele verschiedene Therapien. Ich hatte viel Zeit und machte das alles als Beschäftigung.

Ich konnte jetzt wieder gut überall hingehen. Ich ging lieber spazieren als beim Kaffee mit den Leuten zu plaudern. Es war schwierig, alle diese Leute zu verstehen. Aber alle waren nett und verständnisvoll. Ich bekam in Leukerbad auch viele Besuche.

Ich konnte im warmen Wasser schwimmen gehen. Das war schön und die Zeit ging schnell vorbei. Nach drei Wochen, am 17. September durfte ich wieder nach Hause zurück. Ich freute mich sehr. Obwohl alle in Leukerbad nett waren, ging ich gern nach Hause zurück. Natürlich war ich auch sehr gespannt, wie es an meinem Arbeitsplatz in der Gärtnerei ging.

Ich wohne gerade neben der Gärtnerei. Deshalb konnte ich immer wieder schauen, wie es geht und meine Arbeitskollegen begrüssen. Ich durfte für drei Monate noch nicht arbeiten. Trotzdem machte ich bald wieder kleinere und leichte Arbeiten. Es ging mir bei allem im Kopf gut und ich fühlte mich fit. Der Arzt sah es auch nicht. Trotzdem musste ich aufpassen.

Ich war sehr dankbar, wieder zu Hause zu sein.

Ich konnte immer mehr machen. Es war mir immer wohl. Ende Oktober arbeitete ich fast wieder normal, aber nur leichte Arbeiten. In der Gärtnerei gibt es viele verschiedene Aufgaben. Deshalb war es für mich kein Problem, leichte Arbeiten zu machen. Aber ich hatte auch Willen und Freude an der Arbeit. Ich muss ja auch den anderen zeigen, was sie arbeiten sollen. Leiten und befehlen konnte ich ja schon. Befehlen war schliesslich nicht verboten. So war ich ganz schnell mit Freude wieder bei der Arbeit.

Heinz wieder zu Hause in seiner Gärtnerei

Heinz wieder zu Hause in seiner Gärtnerei

Wenn ich zurückblicke, bin ich Gott sehr dankbar, wie alles gut ging. Ich musste nie Angst haben und hatte auch nie Angst. Ich durfte alles vor Gott hinlegen und er gab mir Mut. Ich durfte immer wissen: Gott ist da und es kommt so, wie er will. Er macht alles nur gut.

Ich muss aber auch vielen Freunden und meiner Familie danken. Ich durfte immer spüren, dass ich nicht alleine war. Das zum Beispiel, wenn ich einen Brief bekam und die Namen las, war es so wie wenn wir zusammen sind. So machte ich mir nicht grosse Sorgen und konnte ans Gute glauben und hoffen.

Das Leben geht weiter. Wie? Ich weiss es nicht. Aber Gott weiss es und auf ihn vertraue ich. Halleluja!

Aus der Gemeinschaft April 2001