Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Südafrika-Missionsreise

Stephan lernt gläubige gehörlose Südafrikaner kennen.

Vom 26. November bis zum 11. Dezember 1999 war ich in Südafrika. Zuerst bin ich in Kapstadt (Cape Town) gelandet, dann mit zwei anderen Gehörlosen eine Woche lang rund um Kapstadt gefahren, um die schöne Stadt zu sehen.

Wir besuchten das Kap der Guten Hoffnung, das ist am Ende des Kontinents von Afrika.

Die Gehörlosengemeinde

Nach einer Woche besuchten wir am Sonntag, dem 5. Dezember 1999 den christlichen Gehörlosen-Gottesdienst in der ‹Bastion of Deaf› der DEAF SA (Gehörlosenzentrum) in Kapstadt. DEAF SA ist wie der SGB in der Schweiz. Im Gottesdienst mit den Afrikaner Gehörlosen sind mehr Schwarze und wenig Weisse dabei.

Der Pastor ist selber hörbehindert, er heisst Ivan Jeptha. Er predigt über die Bibelverse Hebräer 13,8: «Jesus Christus ist gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit» Ich gehe auch auf die Bühne und erzähle mein Zeugnis und warum ich hier bin, was ich dort machen könnte. Dann bete ich für die Leute in Südafrika.

Die Südafrikanischen Gehörlosen tanzen mit viel Bewegung zu den Gebärdenliedern

Die Südafrikanischen Gehörlosen tanzen mit viel Bewegung zu den Gebärdenliedern

Wir haben das Abendmahl gefeiert. Als der Gottesdienst fertig war, gingen wir noch mit dem Pastor Ivan Jeptha in sein Büro.

Pastor Ivan Jeptha

Pastor Ivan Jeptha

Er fragte und antwortete viel, erzählte von seinem Leben, und wir lernten viele christliche Gehörlose aus Kapstadt kennen. Wir waren mehr als drei Stunden bei Ivan im Büro. Dann hatten wir grossen Hunger; viele wollten uns einladen zum Mittagessen, aber wir konnten nicht mit allen auf einmal gehen. Wir entscheiden uns für eine gemischte Familie, die Frau Regina Pessenbacher ist schwarz, der Mann Robert Pessenbacher ist weiss und kommt aus Österreich. Er ist schon in seiner Kindheit ausgewandert. Sie haben zwei Kinder, beide Mischlinge. Wir haben bei Familie Pessenbacher zu Mittag gegessen. Wir hatten viel zu erzählen, auch über uns in der Schweiz. Wir haben Robert gefragt, ob wir noch andere Gehörlose besuchen können. Wir gehen noch eine andere gehörlose Familie besuchen. Auch dort hatten wir viel zu plaudern bis spät in die Nacht.

Das Gehörlosenzentrum

Am anderen Morgen, am 6. Dezember 1999, besuchten wir wieder Ivan, den wir gestern im Gottesdienst kennengelernt hatten. Er arbeitete heute in einem anderen Büro, einer Beratungsstelle mit hörenden Fachleuten. Zuerst zeigte er uns die Räume und alles, was es dort gibt: Beratungsstelle, Dolmetschereinsätze vermitteln, Audiologie, Wäscherei, Kinderhütedienst, Finanzbüro, Berufsberatung, Seelsorge, Kurse, Malerei, Sekretariat, Sammelstelle, Arbeitsuche für Gehörlose und eine Fotosausstellung mit Prospekten über alles, was die Gehörlosen brauchen. Fast alle Personen sind Gläubige!

Dann erzählte uns Ivan die Entstehung und Gründung von DEAF SA. Und warum ein Gehörlosenzentrum gebraucht wird. Die Öffnungszeit ist von Montag bis Freitag 8.00 bis 16.00, am Abend bleibt das Zentrum geschlossen. Ich dachte, dass es am Abend auch geöffnet wird, weil der SGB in der Schweiz immer offen ist wegen der Kurse. Aber in Südafrika ist es etwas anders als bei uns. Weil sie am Abend in den Freundeskreis gehen, um die Bibel zu lesen, Sport zu treiben oder über Politik zu diskutieren. Den ganzen Vormittag erzählte Ivan viel über die Gehörlosen-Kultur, von Schwarzen, Weissen und von der Apartheidzeit. Am Mittag gingen wir zusammen mit Ivan essen. Am Nachmittag besuchte ich mit Ivan seine Schwester. Sie ist selber Lehrmeisterin für gehörlose Coiffeur-Lehrlinge. Den ganzen Nachmittag besuchten wir viele Gehörlose in der Industrie und selbständig erwerbstätige Gehörlose. Am Abend assen wir wieder mit Ivan und besuchten eine junge Familie mit seinem Vater. Er ist ein guter Helfer für die Obdachlosen und Alkoholiker, und er pflegt sie, bis es ihnen besser geht. Er erzählte viel aus der Bibel mit Obdachlosen und Alkoholikern. Wir plauderten bis spät abends. Als wir uns von Ivan verabschiedeten, dankte ich dem Herrn für alles, was ER für Ivan getan hat. Am nächsten Morgen fuhren wir in Richtung Port Elizabeth, ein sehr weite Reise. Wir mussten zwei Tage lang fahren und eine Übernachtung suchen.

Port Elizabeth

Als wir am Mittwochabend, dem 8. Dezember, in Port Elizabeth angekommen waren, suchten wir dort zwei Zimmer für zwei Nächte. Wir fanden ein Zimmer nur für eine Nacht und für die zweite Nacht zwei andere Zimmer. Aber es ist alles gut gelaufen. Am nächsten Morgen besuchten wir das Gehörlosen-Zentrum in Port Elizabeth.

Der Leiter der Gehörlosen-Beratungsstelle heisst Eucliff Pute Tsunke, und dort arbeiten etwa sieben Personen, auch fast alles Gläubige.

Das Gebäude der P.E. (Port Elizabeth) Deaf Association (= Gehörlosenverein von P.E.)

Das Gebäude der P.E. (Port Elizabeth) Deaf Association (= Gehörlosenverein von P.E.)

Eucliff zeigte uns die Räume und was es dort gibt. Danach gingen wir eine Fabrik besuchen, dort arbeitet eine gehörlose Frau. Sie heisst Vanessa Burchell und führte uns am Abend zu gehörlosen Familien. Aber zuerst musste Vanessa arbeiten bis 17.00 Uhr. Wir besuchten noch das Arbeitsamt, wo auch eine gehörlose Frau arbeitet. Wir nahmen das Mittagessen mit ins Büro von Eucliff und blieben bis am Abend, weil wir einander viel zu erzählen hatten. Eucliff kommt nicht aus Port Elizabeth. Er ist im Nordwesten von Südafrika aufgewachsen. Zuerst hat er dort ein Praktikum gemacht. Später will er die Uni in Johannesburg besuchen, aber er weiss noch nicht, wann er geht. Als es schon 17.00 Uhr war, besuchten wir Vanessas Eltern und warteten, bis sie kam. Dann besuchten wir eine Familie in der Stadt Port Elizabeth. Sie sind ein Hauskreis-Leiterpaar für die Gehörlosen in Port Elizabeth und Umgebung.Wir besuchten noch mehrere Familien bis spät am Abend. Fast alle sind Gläubige.Wir hatten viel zu plaudern und zu erzählen.

Am letzten Tag, dem 10. Dezember 1999 am Abend, bin ich wieder heim geflogen. Diese Zeit in Südafrika war für mich ein sehr schönes Erlebnis, und auch das Land ist sehr bewundernswert. Ich wäre froh, wenn jemand von unseren Gehörlosen mit mir mit käme, denn ich gehe am 27. Oktober 2000 wieder für sechs Wochen nach Südafrika. Ich möchte weiter abklären, ob ich dort als Missionar arbeiten kann, ob das Gottes Wille für mich ist.

Aus der Gemeinschaft April 2000