Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

CGG Schweiz

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Auf Besuch in Südafrika

Richard besucht wieder Südafrika

Wann war er in Südafrika und was hat er erlebt ?

Im September 1980, also genau vor 20 Jahren, bin ich berufshalber nach Johannesburg in Südafrika ‹ausgewandert› und blieb dort bis Mai 1983. In dieser Zeit habe ich den Glauben an den Herrn Jesus Christus gefunden und bin auch dort getauft worden durch Bert, einen hörenden Gehörlosen-Missionar aus England. Ich habe den Anschluss an die DCF (Deaf Christian Fellowship = CGG) gefunden.

Zuerst eine kurze Beschreibung über das Land: Südafrika hat neun Provinzen und eine Fläche von total ca. 1'123'226 km2, ist also etwa 29 mal grösser als die Schweiz. Die Bevölkerung inklusive Weisse, Schwarze, Farbige und Inder zählt ca. 44 Millionen, von denen sind etwa 400'000 Gehörlose. Die Hauptstadt ist Pretoria. Es gibt zwei Amtssprachen: Afrikaans, das sich aus dem Holländischen des 17. Jahrhunderts entwickelt hat, und Englisch. Daneben gibt es noch eigene Sprachen der Schwarzen. Vor ein paar Jahren wurde die Apartheid (= Rassentrennung Weisse – Farbige) aufgehoben. Heute stehen Schwarze an der Spitze der Regierung.

Die Geschichte der DCF (Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft)

Jetzt die Geschichte, wie diese DCF entstanden ist: Im Jahre 1973 hat eine Gruppe gläubiger Eltern – die gehörlose Kinder haben – beschlossen, eine christliche Gemeinschaft aufzubauen. So schickten sie allen Gehörlosen eine Einladung.

Dennoch wagten nur wenige Gehörlose den Schritt, den ersten Treffpunkt zu besuchen. Heute sind sie treue Christen. Obwohl eine afrikanische und die katholische Kirche besteht, haben diese ersten Gehörlosen beschlossen, eine christliche Gruppe aufzubauen.

So eröffneten sie zuerst eine Sonntagsschule für gehörlose Kinder. Sie begannen mit acht Kindern. Junge gehörlose Erwachsene wurden ausgebildet, um die Sonntagsschule für gehörlose Kinder in der Gehörlosenschule zu unterrichten. Nachdem die Evangelisation weiter fortgeschritten war, begannen sie im März 1977, jeden Monat einmal einen Gottesdienst für Gehörlose zu feiern.

In einem Gottesdienst der DCF (Deaf Christian Fellowship = Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft) Johannesburg

In einem Gottesdienst der DCF (Deaf Christian Fellowship = Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft) Johannesburg

Dennoch brauchten sie jemanden, um das Fundament des DCF zu festigen. So kamen sie in Kontakt mit Bert (hörend, er hat gehörlose Eltern gehabt und arbeitete als Pastor in England) und luden ihm ein, nach Südafrika zu kommen.

Zuerst blieb Bert im Jahre 1979 für drei Monate hier, und einige Gehörlose fanden dadurch den Glauben an Jesus Christus. Dennoch war die Zeit zu kurz, um das Fundament zu festigen. So kamen Bert und seine Frau ein zweites Mal für 2–3 Jahre (1980-1983). Zu dieser Zeit konnte die DCF Johannesburg mit drei Leitern entstehen.

Auch in Durban entstand eine kleine Gruppe.

Ab 1985 war die DCF Johannesburg selbständig genug, um die Sonntagsschule und den Gehörlosen-Gottesdienst allein weiter zu führen. Zu diesem Gottesdienst kommen jeden Sonntag ca. 20–40 Gehörlose. Sie haben auch eine Jugendgruppe aufgebaut; diese wird von einen gehörlosen Ehepaar geleitet.

«Worship» (englisch für: Anbetung, Lieder singen) im DCF-Gottesdienst

«Worship» (englisch für: Anbetung, Lieder singen)
im DCF-Gottesdienst

Da Johannesburg eine riesengrosse Stadt ist (man braucht fast eine Stunde, um vom Süden in der Norden der Stadt zu fahren), besuchten einige Gehörlose hörende Gottesdienste mit Übersetzung. Mit der Zeit haben sie gespürt, dass die Gehörlosen in die hörende Gemeinde integriert werden sollen. Nach viele Überlegungen und Gebeten haben sie beschlossen, dass die DCF aufgehoben wird. Das heisst sie machen keine Gehörlosen-Gottesdienste mehr. So hat die DCF am 24. April 1994 zum letzten Mal einen Gehörlosen-Gottesdienst gefeiert.

Heute hat es vier Gemeinden, die bereit sind, für die Gehörlosen zu übersetzen. Diese vier Gemeinden sind vereint mit NCMI (New Covenant Ministries International). Sie werden unterschiedlich von 4-20 Gehörlosen besucht. In einer Gemeinde sind vorwiegend junge Gehörlose zu treffen.

Sie nehmen gerne den weiten Weg in Kauf. Etwa fünf Übersetzer pro Gemeinde sind bereit, Gottes wort weiter zu vermitteln.

Ein gehörloser Portugiese, Louis, ist bereit, zu den Schwarzen in Soweto zu gehen. Soweto ist eine grosse Stadt, die nur von Schwarzen bewohnt ist. Soweto grenzt an Johannesburg. Louis wuchs mit den Schwarzen auf. Daher kennt er die Kultur der Schwarzen. Er hat auch drei schwarze Gehörlose unterrichtet, wie man evangelisieren kann. So begannen die Schwarzen schwarze Gehörlose mit Gottes Wort zu erreichen! Heute gibt es in Südafrika etwa 1000 gläubige Gehörlose!

Bei einer Grillparty der DCF Johannesburg

Bei einer Grillparty der DCF Johannesburg

Aus der Gemeinschaft April 2000