Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

CGG Schweiz

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Bericht von der EDCC in Deutschland, vom 12. bis 21. Juni 2009

Von der Schweiz waren Martin Bützer, Richard Bührer, Sharmila Gnanalingam, Markus und ich an der Konferenz. Liisa Wenger kam auch für eine Nacht und einen Tag an die EDCC nach München. Ein Reisebericht und ein Interview mit Irene Schmid.

Die Konferenz war in der Nähe von Starnberg, am Starnbergersee bei München. Mehr als 200 Personen aus mehr als 18 europäischen Ländern haben an der Konferenz teilgenommen. Es reisten sogar Gehörlose von Australien, Ghana, Singapur und Südkorea an die EDCC.

Der Leitvers dieser Konferenz war «Wandelt mit Gott» (Micha 6,8). Während der Woche gab es Predigten, Lieder in Gebärdensprache oder Theaterstücke. Wir bekamen auch viele Informationen, zum Beispiel über die Evangelisations- und Missionsarbeit in anderen Ländern. Zwei Mal unternahmen wir einen grösseren Ausflug. Wir durften an der EDCC viel erleben. Ich berichte über einige Erlebnisse der EDCC.

Ausflüge

Wir machten am Montag einen Ausflug in die Stadt München. Dort teilten wir uns in drei Gruppen auf. Jede Gruppe wurde von einer gehörlosen Person durch die Stadt geführt. Das waren Gehörlose, die eine Ausbildung als Stadtführer gemacht hatten. Eine Person gebärdete in deutscher Gebärdensprache. Wir, Schweizer, waren in ihrer Gruppe. Zwei andere benützten internationale Gebärden.

Am Mittwoch fuhren wir alle, mehr als 200 Personen, mit dem Car zum Schloss Neuenschwanstein. Wir wurden in 4 Gruppen eingeteilt: zwei deutschsprachige Gruppen und zwei internationale Gruppen. Im Schloss gab es eine Führung. Sie dauerte nicht sehr lange, weil im Schloss nur ein Stockwerk fertig gebaut war. Warum? Das Schloss wurde von König Ludwig II erbaut. Aber er starb noch bevor die Einrichtung des Schlosses fertig war. Deshalb stoppte man den Bau des Schlosses, und es wurde seitdem nicht mehr weiter gebaut.

Programm am Nachmittag

Am Nachmittag, wenn wir keinen Ausflug unternahmen, konnten wir auswählen, bei welchem Programm wir mitmachten, oder selber etwas unternehmen. Diese Programme wurden angeboten.

An einem Nachmittag organisierte Rainer Miebach ein Bibelquiz. Ich war neugierig und schaute zu:

Beim Quiz wurden zwei grosse Gruppen gebildet. Bei einer Quizfrage gab es mehrere Antworten. Die Gruppen konnte untereinander besprechen, welche Antwort richtig war. Manchmal fand eine Gruppe schnell eine Antwort. Manchmal musste sie länger miteinander diskutieren, welche Antwort wohl die richtige war. Jede Gruppe war ehrgeizig, die Fragen möglichst immer richtig zu beantworten. Das Bibelquiz war sehr spannend. Fast alle wollten nach einer Stunde mit dem Quiz nicht aufhören, sondern weiterfahren.

In der Nähe der Unterkunft gab es einen Sandplatz mit einem Volleyballnetz. Markus machte an einem Nachmittag beim Volleyball mit. Er erzählte mir, dass alle sich gründlich aufwärmen mussten. Das war sehr gut, um Muskelkater und andere Sportverletzungen zu vermeiden. Nach dem Volleyball war Markus voll Sand und zufrieden, Sport gemacht zu haben.

England, Dänemark, Estland und einige andere Länder hatten einige Kapitel der Bibel in Gebärdensprache übersetzt. An einem Abend wurde darüber informiert, welche Länder welche Erfahrungen mit der Übersetzungsarbeit gemacht hatten. Markus und ich nahmen zusätzlich an einem Nachmittag an einem Workshop teil. Im Workshop bekamen wir einen Einblick, wie eine Übersetzungsarbeit aussehen konnte. Er war interessant, einige Methoden kennen zu lernen.

Technik und Übersetzung in verschiedene Gebärdensprachen

Die Technik der Konferenz war für die grosse Zahl der Teilnehmer besonders gut organisiert. Die Person, die gerade auf der Bühne sprach oder ein Lied sang, wurde gefilmt und sofort live auf Grossleinwand übertragen. Die Personen, die weiter hinten sassen, konnten die Gebärden auf der Bühne gut mitverfolgen.

Während der Konferenz waren mehrere Dolmetscher aktiv. Es wurden in diese Sprachen übersetzt.

Die Dolmetscher für deutsche, englische, französische, holländische und russische Gebärdensprache waren hörend. Die anderen Dolmetscher waren selber gehörlos.

Während der Konferenz wurde auch für eine Taubblinde fleissig gelormt. Mehrere Personen wechselten sich beim Lormen ab.

Das war sehr beeindruckend, wie viele Menschen bei der Kommunikation mitarbeiteten und -halfen.

Predigten, Informationen über Mission und Evangelisation, Lobpreis- und Theaterabend

An den Vormittagen (mit Ausnahme von zwei Vormittagen, an dem wir einen Tagesausflug unternahmen) gab es eine Predigt. Verschiedene Personen predigten, Gott im Alltag immer wieder zu vertrauen, an ihm festzuhalten und mit ihm zu wandeln. Die Predigte waren sehr ermutigend. Ich denke noch heute an die verschiedenen Predigten.

Am Lobpreisabend zeigten verschiedene Personen auf der Bühne Lieder in Gebärdensprache. Ich verstand nicht alle Gebärden. Es war trotzdem schön, zu sehen, wie verschiedene Menschen Gott mit Gebärden ehrten. Irene Schmid stieg einmal auf die Bühne. Sie zeigte ein Lied aus Psalm 23 mit Gebärden. Viele Gehörlose waren berührt, zu sehen, wie eine Taubblinde mit Gebärden Gott ein Loblied sang.

Der Theaterabend war lustig, aber er gab auch Anstoss zum Nachdenken.

Der Abend zum Thema «Mission und Evangelisation bei Gehörlosen» mit Informationen aus verschiedenen Ländern war ganz interessant.

Ich hoffe, dass immer mehr Gehörlose Gott kennen lernen und mit ihm durchs Leben wandeln. Wenn wir mit Gott wandeln und leben, werden wir reich gesegnet. Wie? Gott bringt Frieden, Freiheit, Liebe und Ordnung in unser Leben. Das ist unglaublich, was wir alles von Gott bekommen dürfen.

Mir persönlich gefiel die EDCC sehr. Sie war reich gesegnet. Mich sprachen vor allem die Predigten an. Die Begegnungen mit Gehörlosen aus verschiedenen Ländern waren spannend. Ich erinnere mich gerne an die EDCC.

Interview mit Irene Schmid

Irene und Josef Schmid haben auch an der EDCC teilgenommen. Ich habe mit Irene ein Interview durchgeführt.

Mirjam Irene, du hast trotz deiner Taubblindheit an der EDCC teilgenommen. Manchmal war es für dich nicht einfach, zum Beispiel die unregelmässigen Treppen beim Hotel. Ich möchte dir zwei Fragen stellen:
Was hat dir an der EDCC sehr gefallen?
Irene Im Allgemeinen hat mir die EDCC gut gefallen. Ich war schon drei Mal an der ICDC oder EDCC. Das erste Mal war ich 1968 in Deutschland dabei, das zweite Mal 1984 in Gwatt, in der Schweiz. Und das dritte Mal 1992 in Holland.
Gott hat unter den Gehörlosen von Europa gross gewirkt. Die Zahl der Gehörlosen, die an Jesus Christus glauben, ist bis jetzt immer grösser geworden.
Dieses Jahr bin ich zum vierten Mal an der Konferenz dabei. Die Gemeinschaft mit anderen Leuten habe ich gut erlebt. Hier habe ich auch verschiedene Missionsberichte aus anderen Ländern gehört. Ich staunte, wie Gott wunderbar gewirkt hat. Es hat mir gefallen.
Mirjam Was war für dich als Taubblinde an der EDCC eine gute Hilfe?
Irene Ich war nicht die einzige Taubblinde. Noch ein Taubblinder aus Holland war dabei. Gott hat mir geholfen, so dass ich viele gute «Lormer», wie Erni, Gisela, Ines und Josef hatte. Sie konnten sich beim Lormen abwechseln. Andere Leute waren auch bereit, mir beim Begleiten zu helfen. Sie waren für mich eine wertvolle Hilfe. Die vielen liebe Worte von Personen oder aus den Predigten «Wandelt in Gott!» haben mich ermutigt.
Mirjam Irene, vielen Dank für deine Antworten auf die Interviewfragen!

Mirjam

Aus der Gemeinschaft Oktober 2009