Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Psalm 91 persönlich erlebt. Ein Zeugnis von Dani Fenner

Wenn es zu heiss wird...

Psalm 91 persönlich erlebt. Ein Zeugnis von Dani Fenner

Während der USA-Reise von Willi und Regula, Mirjam und mir (Dani) im Juli/August 1998 war das Wetter fast immer sehr schön und sehr heiss. Einmal war es für mich zu heiss. Es passierte im Arches-Nationalpark (Bundesstaat Utah). Schon am Nachmittag vorher, bei der Ankunft auf dem Zeltplatz im Nationalpark, war es sehr heiss. Ich hatte Mühe, das Zelt aufzustellen, während die drei anderen mit dem Auto in den Ort Moab (40 km entfernt) fuhren,um Lebensmittel einzukaufen. Am nächsten Tag gingen wir alle vier wandern. Wir marschierten etwa um 10 Uhr vormittags los. Das wird nicht empfohlen, wenn es heiss ist. Besser wäre: am Morgen früh wandern und um 9 Uhr zurück sein, oder erst ab 4 Uhr nachmittags wandern. Trotzdem waren viele Wanderer unterwegs. Ich hatte schon am Anfang der Wanderung Probleme mit der Hitze (über 40 Grad). Aber ich dachte: Vier Liter Wasser im Rucksack, ein Hut auf dem Kopf, das ist doch kein Problem. Auf der Wanderung sahen wir eine ganz interessante Landschaft. Hohe, schmale rote Sandsteinfelsen, manchmal mit einem Loch darin: die ‹Arches› (auf Deutsch: Bogen). Dazu gelbroter Sandboden, grüne Wacholderbäume und über dem ganzen ein blauer Himmel. Eine wunderschöne Gegend, sie sah manchmal ein wenig unheimlich aus.

Mitten auf dem Rückweg spürte ich: ich habe viel zu heiss. Da ist etwas nicht gut. Ich kann nicht weiter laufen. Wenn ich weiter laufe, falle ich noch um. Ich legte mich im Schatten der nächsten Felswand auf den Boden. Jetzt waren wir da, mitten in der Hitze (zum Glück am Schatten) und hatten ein Problem. Es kamen immer noch Wanderer auf dem Weg vorbei. Niemand war auf dem Rückweg zum Parkplatz. Willi, Reggie und Mirjam beteten: «Gott, schicke uns Hilfe». Nach wenigen Minuten kamen zwei Personen vorbei und fragten, was los ist. Sie versprachen: Wir holen Hilfe. Dann mussten wir wieder warten. (Der Zeltplatz war etwa 2 km entfernt). Schliesslich kam eine Rangerin (Nationalpark-Angestellte in Uniform). Wir erklärten die Situation. Dann wurde ich untersucht. Temperatur, Blutdruck,... und bekam Sauerstoff. Ich fragte: Bin ich ein richtiger Notfall? «Ja, Sie haben einen Hitzschlag», sagte die Rangerin. – Was ist ein Hitzschlag? Der Körper kann nicht mehr die Normaltemperatur (ca. 35 bis 36°C) halten. Er wird immer heisser. Aber es ist kein Fieber. Ein Hitzschlag ist lebensgefährlich. – Dann kamen noch mehr Rangers. Sie versuchten mir eine Infusion zu stecken. Aber sie fanden keine Vene für die Infusionsnadel. Viermal probierten sie es. Kein Erfolg. (Mit einer Infusion hätte ich wieder laufen können). Darum wurde die Ambulanz vom Spital in Moab gerufen. Am Schluss waren zwölf Rangers versammelt, die mich auf eine Tragbahre packten und die 1,5 km bis zur Ambulanz trugen. Ich war verlegen. So viele Leute, um mir zu helfen, nur weil ich zu heiss habe?! Auf dem Parkplatz war eine eine Frau, die ein wenig Gebärden konnte. Sie arbeitet auch als Rangerin im Nationalpark. In der Ambulanz probierte man mir die Infusionsnadel Nummer 5 zu in die Vene zu stecken. Ohne Erfolg. Deshalb musste man mich nun ins Spital fahren. Im Spital in Moab: Infusion Nummer 6, vom Spitalpfleger gemacht. Endlich hat das geklappt. Zwei Stunden lang war ich am ‹Tropf›, bis ich ganz kalt hatte! Etwa um 22 Uhr nachts konnten Willi, Reggie und Mirjam mich abholen und zum Zeltplatz zurückfahren.

Auf dem Rest der Reise mussten wir aufpassen wegen dem heissen Wetter. Das ging gut: an einem Ort war ein See zum Baden, am anderen Ort auf 2000 m ü.M. war ein kühler Gewitterregen, am dritten Ort war die Temperatur maximal 24 Grad, am nächsten Ort konnte man wieder baden. Und im Auto hatten wir die Klimaanlage. Ich hatte keine Probleme mehr mit der Wärme.

Im Titel habe ich geschrieben: Psalm 91 persönlich erlebt. Ich habe erst zu Hause gemerkt: Dieser Psalm und mein Erleben, das passt zusammen. Was steht im Psalm 91? (bitte selber in der Bibel nachlesen)

Verse 1+2: Wer im Schutz des Höchsten wohnt, bleibt im Schatten des Allmächtigen. Ich sage zum HERRN: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, ich vertraue auf ihn!

Vers 9: Du hast gesagt: «Der HERR ist meine Zuflucht!» du hast den Höchsten zu deiner Wohnung gesetzt

Wer wie ich an Jesus glaubt, hat den HERRN zu seiner Zuflucht (Schutz) genommen. Ich vertraue auf den Höchsten.

Vers 10: so begegnet dir kein Unglück, und keine Plage naht deinem Zelt.

Das mit dem Zelt kommt aus der Zeit, wo David gelebt und den Psalm 91 geschrieben hat. Heute noch leben in Israel und Arabien viele Beduinen im Zelt. Während der USA-Reise habe ich im Zelt geschlafen! (in unserem Camper-Auto war nicht genug Platz).

Verse 11+12: Denn er bietet seine Engel für dich auf, dich zu bewahren auf allen deinen Wegen. Auf den Händen tragen sie dich, damit du deinen Fuss nicht an einen Stein stösst.

Ich habe immer gedacht: Schutzengel? Ja, natürlich, habe ich auch. Ich sehe sie nur nicht. Ich spüre nicht, dass Engel da sind. Aber ich weiss: sie sind da und beschützen mich. Auf den Händen tragen? Ein schönes Bild aus der Bibel. Im Alltag muss ich selber laufen und aufpassen. So habe ich gedacht. Und jetzt, im Arches-Nationalpark, hat Gott zuerst 2 Engel geschickt, das waren die zwei Personen, die für mich Hilfe geholt haben. Das waren normale Touristen. Vielleicht auch nicht, vielleicht waren das zwei richtige Engel, von Gott geschickt? Es könnte sein... wir wissen es nicht. Dann später waren da 12 ‹Engel› in Nationalpark-Uniform, die mich ‹auf Händen› (mit der Tragbahre) bis zum Parkplatz zur Ambulanz getragen haben!

Ich danke Gott: er hat gemacht, dass ich rechtzeitig spürte, wann ich aufhören musste zu laufen. Ich danke Ihm dafür, dass ich Seine Hilfe und Bewahrung erleben durfte.

Aus der Gemeinschaft Oktober 1998