Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Europäisches Jugendlager in Arnemuiden, Niederlande: Interviews

Markus hat Personen aus verschiedenen Ländern interviewt: Corina aus den Niederlanden, Cindy aus England, Kert aus Estland, Guiseppina aus Italien, Andrea aus der Schweiz, Fred aus den Niederlanden sowie Aliaksandr aus Weissrussland

Corina Burggraaf (35) – Leiterin des Sommerlagers EDCY 2007

Markus:Welche Erfahrungen hast du bei der Vorbereitung für das grosse Sommerlager gesammelt?
Corina:Vor mehr als einem Jahr beschlossen wir, dieses Sommerlager zu organisieren. Als erstes suchten wir das Lagerhaus. Eigentlich wäre es nicht möglich, so kurzfristig ein grosses Ferienhaus für das Sommerlager zu finden, weil man ja meistens mehrere Jahre im Voraus ein solches Ferienhaus reservieren müsste. Dank Gottes Hilfe fanden wir ein ideales und günstiges Ferienhaus in Arnemuiden. Wenn das Sommerlager für junge Menschen zu teuer wäre, würden auch viel weniger Personen dieses Lager mitmachen. Wir überlegten uns, wie wir dieses Lager günstig anbieten können. Mit Essensverkauf, Autowaschen und auch mit dem Verkauf von Weihnachtskarten konnten wir Geld sammeln. Zusätzlich schrieben wir Bettelbriefe an diverse Kirchen. So kamen grosszügige Spenden rein. Nun war es möglich, die hohen Kosten des Sommerlagers zu decken. Danke Gott für seine Hilfe.

Die Vorbereitungen für das Lager verliefen eigentlich gut. Das Hauptproblem war, die richtigen gehörlosen Referenten zu finden, da ich nicht alle gehörlose Pastoren in Europa kenne. Nun bat ich EDCA um ihre Hilfe beim Suchen. EDCA empfahl mir Kassija (Litauen) und Aivo (Estland). Ich fragte auch die englische Gemeinde an, ob sie einen guten Prediger kennen würde. Sie schlug Jay vor. Bevor ich Kontakt mit Jay aufnehmen wollte, fragte ich zuerst einen anderen englischen Pastor, ob Jay die richtige Person für das Sommerlager sei. Dieser Pastor gab mir eine positive Antwort über Jay. Denn ich wollte nicht einfach so eine unbekannte Person als Referent einsetzen. Gott half mir dabei. Du hast selber gesehen, wie es am Morgen gelaufen ist. Ich erlebe auch Gottes Segen. Jemand hat mir gesagt, dass drei Pastoren für über 100 Personen zu wenig sei. Jetzt habe ich gelernt, dass ich das nächste Mal mehr Pastoren einsetzen sollte.

Sonst erlebte ich während der Vorbereitung immer Gottes Beistand und Segen. Beim Erstellen des Lagerprogramms hatte ich ein Problem mit den Angeboten von Workshops und machte diverse Anfragen. Ich wusste auch nicht mehr, wie es weitergehen sollte. Gott wusste auch, dass ich dieses Problem ungelöst fallen gelassen habe. Diese Woche im Lager habe ich einfach geschaut, was auf mich zukommen würde. Dort hat Gott mir bestimmte Personen gezeigt, welche Workshops anbieten können. Dann sind automatisch fünf Workshops zustande gekommen. Das Gleiche ist auch mit dem Programm am Donnerstagmorgen passiert. Ich machte auch viele Anfragen für den vierten Referenten. Erst kürzlich hat mir jemand Igor (Russland) als vierten Referent empfohlen. Da war ich echt verblüfft, wie Gott mir wieder geholfen hat. Wichtig ist, dass ich meine Pläne bewusst fallen lasse und mich von Gott führen lasse. Gott ist treu und hilft uns immer.

Mein Bekenntnis: Nicht ich habe dieses Sommerlager organisiert, sondern habe nur Gott geholfen, dieses Lager zu organisieren. Die grosse Verantwortung für dieses Lager soll nicht ich, sondern Gott tragen. Gott hat mir dabei immer wieder Kraft gegeben. Ich benötigte auch viele Gebete und bat andere Gehörlose, für das Sommerlager zu beten. Das Gebet war immer sehr wichtig. Jetzt stehen auf einer Internetseite diverse Gebetsanliegen. Somit können andere mithelfen beim Beten. Ich bin jetzt so dankbar für den grossen Segen Gottes.
Markus:Welche Ideen bzw. Eindrücke möchtest du mit nach Hause nehmen?
Corina:In Holland haben wir nicht viele starke und vorbildliche, junge Christen. Vor dem Sommerlager habe ich mir überlegt, wie ich diese Christen ermutigen und fördern kann. Denn ich wollte nicht allein diese mühsame Arbeit machen, da die jungen Christen mich zu gut kennen und auch ignorieren. Ich wünschte mir, dass sie auch andere Gesichter bzw. Vorbilder im Glauben sehen können. Wenn ich dieses Sommerlager nicht organisieren würde, würden nur ein paar Holländer im Ausland das Europäische Lager besuchen. Aber jetzt können 39 Holländer diese Zeit im Lager miterleben. Ich bin glücklich, da sie selber Eindrücke und Ideen sammeln können. Gott sei Dank. Ich hoffe, dass sie nach dem Lager aktiver werden. Dafür bete ich jetzt.

Cindy Veerasamy (23) – England

Markus:Was denkst du über das Sommerlager EDCY 2007?
Cindy:Ich mache zum ersten Mal dieses Sommerlager mit und kann die wunderbare, europäische Gemeinschaft sehen. Aber Gott hat diese Gemeinschaft auch gesegnet. Ich konnte neue Gesichter kennen lernen und erlebe eine tolle Zeit.
Markus:Welche Ideen bzw. Eindrücke möchtest du mit nach Hause nehmen?
Cindy:Ich habe mir darüber keine Gedanken gemacht, was ich mit nach Hause nehmen möchte. Doch möchte ich wie Petrus mutig aus dem Boot aussteigen (Mt 14, 25-31) und über das Wort Gottes nachdenken. Aber ich möchte es nicht nur hören, sondern auch danach handeln.

Kert Kalvik (16) – Estland

Markus:Was denkst du über das Sommerlager EDCY 2007?
Kert:Was mir im Lager in Holland am besten gefallen hat, ist der Sport am Nachmittag. Ich treibe gerne Sport, aber es war warm am Nachmittag. Das Essen am Morgen und am Mittag ist weniger gut. Das Abendessen ist gut. Ich habe verschiedene Predigte gehört. Den russischen Prediger Igor habe ich gut verstanden und fühle mich innerlich gesättigt. Andere habe ich weniger gut gefunden. Den Lobpreis und das Theater habe ich auch gut gefunden.
Markus:Welche Ideen bzw. Eindrücke möchtest du mit nach Hause nehmen?
Kert:Ich denke, ich möchte das sogenannte Piloten-Spiel mit nach Estland mitnehmen, welches lustig sein kann. Das Opfer muss den Piloten nachmachen und sich beim Flugabsturz vom Stuhl hervorheben. Dann kann etwas Lustiges passieren.

Giuseppina Dascoli (32) – Italien

Markus:Was denkst du über das Sommerlager EDCY 2007?
Giuseppina:Ich denke, es war gut im Sommerlager junge Personen zu sehen, welche gläubig oder ungläubig sind. Hier können sie einander helfen. Hier kann ich eine Woche lang mit anderen austauschen und neue Informationen einholen. Die Gemeinschaft ist warmherzig. Hier kann ich auch Bibel lesen und mit anderen darüber sprechen.
Markus:Welche Ideen bzw. Eindrücke möchtest du mit nach Hause nehmen?
Giuseppina:In Italien kann ich jetzt Kontakte mit einigen Christen aus Europa pflegen und mit ihnen Adressen austauschen. So können wir einander einladen und stärken. Eines Tages möchte ich in Italien auch ein solches Sommerlager organisieren. Der Zeitpunkt ist noch offen. Wir können hier das Programm und gute Ideen kopieren und diese in Italien erweitern.

Andrea Haldemann (21) – Schweiz

Markus:Was denkst du über das Sommerlager EDCY 2007?
Andrea:Was ich über das Lager denke: Ich finde es interessant. Vor dem Lager war ich unsicher, wie ich mit anderen Gehörlosen aus Europa umgehen sollte. Ich war erstaunt, dass es hier einen guten und interessanten Austausch mit internationalen Gebärden gibt. Ich kann hier viel neues lernen. Am Anfang war ich etwas distanziert von der internationalen Gemeinschaft. Doch mit der Zeit kam ich näher zu dieser Gemeinschaft und finde sie gut. Mir ist aufgefallen, dass es hier auch schwache Christen gibt, welche von anderen unterstützt und ermutigt werden. Der Austausch über den Glauben ist gut. Die verschiedenen Predigten, wie von England oder Russland, und das Theater haben mir gut gefallen. Über das Thema Wasser habe ich auch viel gelernt.
Markus:Welche Ideen bzw. Eindrücke möchtest du mit nach Hause nehmen?
Andrea:Was ich mit in die Schweiz mitnehmen möchte, sind z. B. die guten Ideen vom Workshop. Wie wir die jungen Menschen über die Werbung erreichen und sie in die christliche Gemeinschaft mitnehmen können. Die Engländer haben uns gute Ideen gezeigt, wie man im Jugendtreff spielen, schauspielern oder basteln kann. Diese würde ich gerne mitnehmen.

Fred Schoon (29) – Holland

Markus:Was denkst du über das Sommerlager EDCY 2007?
Fred:Also die erste Frage: Ich finde EDCY 2007 super und konnte viele neue gehörlose Menschen kennen lernen. Bei anderen Christen kann ich die grosse Bibelkenntnis und den starken Glauben feststellen. Da bin ich sehr erstaunt. Die Gemeinschaft beim Sport oder Plaudern ist locker.
Markus:Welche Ideen bzw. Eindrücke möchtest du nach mit Hause nehmen?
Fred:Ich sehe, dass der Heilige Geist wie der Vater und Jesus für uns wichtig ist. «…»

Aliaksandr Masiazkyn (34) – Weissrussland

Markus:Was denkst du über das Sommerlager EDCY 2007?
Aliaksandr:Vorher kannte ich das Sommerlager EDCY nicht. Von Estland bekam ich die Information über dieses Lager. Man sagte mir, dass ich dieses Sommerlager in Europa auch besuchen könne. In Belarus (Weissrussland) gibt es kein solches Lager. Zuerst wollte ich dieses EDCY-Lager nicht besuchen. Dann vernahm ich, dass sieben Russen und zwei Ukrainer das Sommerlager in Holland besuchen möchten, welche keine internationale Gebärdensprache beherrschen. Dann dachte ich, dass ich ihnen beim Übersetzen der internationalen Gebärdensprache helfen könne. Nun finde ich dieses Lager gut. Es ist offen für alle Kulturen wie die holländische, englische, schweizerische oder russische Kultur. Wichtig ist, dass Jesus, das Leben als Christ und viele andere gezeigt werden. Hier fühle ich mich glücklich. Danke auch Gott für die gute Gemeinschaft.
Markus:Welche Ideen bzw. Eindrücke möchtest du mit nach Hause nehmen?
Aliaksandr:Ich möchte diverse Eindrücke in Belarus offen weitergeben. Dort gibt es keine gehörlose Kirche. Die gehörlosen Christen sind in der hörenden Gemeinde integriert. Ich möchte dafür kämpfen, dass sie auch eine selbständige Gemeinschaft für sich bilden können. Die guten Ideen, z. B. wie wir die Jugendlichen erreichen oder mit dem Heiligen Geist leben können, möchte ich gern weitergeben.

Aus der Gemeinschaft Oktober 2007