Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

CGG Schweiz

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Ein ganz besonderes Osterlager (2005)

Tabea, hörend, erstmals dabei zum Kinderhüten

Reise nach Passugg

Tabea
Tabea

Es ist Gründonnerstag 2005 um 14.00 Uhr, und ich stehe am Bahnhof in Bern, wo ich mit Regula abgemacht habe, um zusammen mit den anderen Leuten von der CCG der Region Bern mit dem Zug nach Passugg zu reisen. Mein Herz ist voll verschiedener Gefühle, welche von Freude bis Unbehagen reichen. Schliesslich ist es das erste Mal, dass ich am Osterlager in Passugg teilnehme…Ich schaue mich um, ob ich ein bekanntes Gesicht entdecke, welches ich bereits von der Weihnachtsfeier 2004 in Bern kennen würde. Dort bin ich nämlich das erste Mal mit der CCG in Kontakt gekommen. Vorher habe ich bereits seit mehr als einem Jahr zu Yannick und Marek von Regula und Willy geschaut, damit sie zu den Hauskreisabenden gehen konnten. So ganz unbekannt ist mir die ‹Gehörlosenwelt› ja nicht mehr…Da kommt Markus, welchen ich bereits an der Weihnachtsfeier in Bern gesehen habe, und er erkennt mich wieder. Eine Weile später kommt auch Regula mit den beiden Buben. Jetzt ist es mir bereits etwas wohler. Die Reise nach Passugg vergeht dann auch schnell, und bereits um 17.15 Uhr kommen wir dort an.

Ankunft in Passugg

Nach dem Zimmerbezug zeigt mir Regula noch kurz das Haus und natürlich den Kinderspielplatz. Schliesslich bin ich ja gekommen, um zu den Kindern zu schauen... Danach, beim Abendessen kommen nach und nach die anderen Teilnehmer und begrüssen mich. Es überrascht mich, dass ich so lieb begrüsst und aufgenommen werde. Schliesslich bin ich das erste Mal hier, und die meisten kennen mich nicht. Trotz einigen Kommunikationsschwierigkeiten fühle mich bereits sehr wohl und aufgenommen.

Mich erstaunt es, wie kommunikationsfreudig die Gehörlosen und Schwerhörigen sind. Wie ist da unser Bild von der Gehörlosenwelt in der ‹hörenden Welt› völlig falsch…

Kinderhütedienst

Am Freitagmorgen werde ich das erste Mal gefordert. Es steht nämlich Kinderhütedienst an. Ich bin froh, dass ich nicht alleine bin, sondern dass mir Ria am Karfreitag und Ostermontag, Deborah am Ostersamstag und Edy und Silvia am Ostersonntag helfen. So bin ich nicht auf mich alleine gestellt. Wir beginnen mit der Karfreitagsgeschichte und basteln danach. Die Kinder sind sehr ruhig und beschäftigen sich die meiste Zeit selber. Ab und zu wollen sie eine Geschichte hören oder suchen einfach nur meine Nähe. Alle drei Tage ausser am Samstag Nachmittag bleiben wir im Haus, da es draussen ziemlich feucht ist. Ich staune jedoch, wie die Kinder sich auch im Haus zu beschäftigen wissen. Eine grosse Hilfe dabei sind sicher auch Isabel und Lukas, welche mir helfen, zu den Kindern zu schauen. Danke noch einmal vielmals!

Abendprogramm

An den drei Abenden durfte ich auch am Programm teilnehmen. Das dank verschiedenen Leuten, die sich anerboten, am Abend im Haus zu bleiben, während die Kinder schliefen. Danke für euer Mithelfen! Von den drei Abenden beeindruckte mich vor allem der Lobpreisabend. Wie frei die Gehörlosen Gott lobten, gefiel mir. Ich als Hörende durfte viel von ihnen lernen. Oftmals schämen wir uns nämlich, vielleicht, weil unsere Stimme nicht so schön klingt wie die eines anderen oder aus irgendeinem anderen Grund. Wie schade, denn eigentlich sollte unser Lob ja ganz alleine Gott gelten. Als ich den Raum verliess, spürte ich tief in mir eine grosse Freude und ein tiefes Verlangen, Gott wieder vermehrt ganz aus tiefem Herzen zu loben. Vielen Dank für euren Ansporn!

Ich fühlte mich rundum wohl in der Gemeinschaft mit den Gehörlosen. Niemals sah ich, wie jemand miteinander stritt oder sonst etwas nicht rund lief. Ich ging mit einer tiefen Dankbarkeit im Herzen nach Hause und mit der Gewissheit, dass es sicher nicht das letzte Mal war, dass ich etwas zusammen mit Gehörlosen machen konnte.

Zukunft ?

Im Moment bin ich mir ziemlich unsicher, was ich in meiner beruflichen Zukunft machen werde, aber ich weiss, dass Gott mich führen wird. Vielleicht führt er mich auch so, dass ich beruflich mit Gehörlosen arbeiten werde…Doch das überlasse ich ganz Gott und lege alles in seine Hände. Also ich danke allen noch einmal vielmal, welche mich in Passugg so herzlich aufgenommen haben! Ich werde dieses Lager nie vergessen und wünsche euch allen für eure Zukunft alles Gute, Gottes Segen, seine Kraft und Führung.

Tabea (hörend)

Aus der Gemeinschaft Juli 2005