Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Lebenslauf von Joachim

Joachim erzählt wo und wie er aufgewachsen ist und warum er Pastor lernen wollte.

Der Lebenslauf von Joachim

Vor 34 Jahren, am 25. Mai 1970, erblickte ich in Memmingen (Bayern) das Licht der Welt. Ich war der dritte und letzte von drei Söhnen. Meine Eltern sind beide gehörlos und stehen in der Nachfolge Jesu. Ich bin Gott sehr dankbar, dass ich eine strenge, aber gute Erziehung erleben durfte und schon als kleines Kind Jesus und die Bibel kennen lernte.

Als ich zehn Jahre alt war, lud ich in einem Kinderlager Jesus ein, der Herr meines Lebens zu werden. Meine Antriebskraft lag damals hauptsächlich in der Befürchtung, nicht in den Himmel zu kommen. Später verstand ich die Erlösung besser und weiss nun, dass es ein erfülltes Leben nur dann gibt, wenn wir im Frieden mit Gott sind.

Etwa ab dem Jahr 1984 verlor meine Mutter langsam die Sehkraft, bis sie schliesslich so schlecht sah, dass sie nicht mehr von den Lippen ablesen konnte. Im Februar 1985 musste sie sich wegen einer anderen Erkrankung einer schweren Operation unterziehen. Während sie im Spital lag, verunglückte mein nächst älterer Bruder tödlich. Da ich zu ihm ein sehr gutes Verhältnis hatte, war dies für mich und natürlich für die ganze Familie ein sehr schwerer Schlag. In dieser leidgeprüften Zeit verbrachte ich viel Zeit im Bibellesen und Gebet. Daraus erwuchs meinem Leben eine Kraft und Ausgeglichenheit, die mich selbst und viele andere erstaunte.

Ebenfalls im Jahr 1985 bereitete Gott mich durch eine Vision auf einen künftigen vollzeitlichen Dienst vor. Damals hatte ich nicht die leiseste Ahnung, in welche Richtung es gehen würde. Manchmal zweifelte ich sogar daran, aber gerade darin ist mir Gott immer wieder begegnet.

Ich erinnere mich an eine Gebetszeit, in der ich Gott sagte, ich sei doch viel zu jung usw. Als ich dann meine Bibel aufschlug, sprang mir der folgende Vers förmlich ins Auge (Jeremia 1,7):

Aber der Herr erwiderte mir: Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden.

Durch dieses und einige andere Erlebnisse wurde ich immer wieder ermutigt, den Ruf Gottes ernst zu nehmen und dran zu bleiben. Ausser meinem Pastor und zwei Ältesten der Gemeinde erzählte ich niemandem von meinen Erlebnissen, sondern wartete im stillen Vertrauen auf die nächsten Wegweisungen Gottes.

1986 zog ich mit meinen Eltern von Memmingen nach Filderstadt bei Stuttgart um. Dort begann ich meine Lehre zum Sozialversicherungsfachangestellten. Gleichzeitig setzte ich mich in Stuttgart für gehörlose Kinder und später auch für Jugendliche ein, um ihnen das Wort Gottes zu bringen. In speziellen Versammlungen für Gehörlose half ich mit, die Predigt von hörenden Pastoren für die Gehörlosen zu übersetzen.

1990 zog ich aus beruflichen Gründen von Filderstadt nach München um. Neben meinen beruflichen Aufgaben half ich beim Aufbau von Gottesdiensten für Gehörlose mit. Seit dieser Zeit kam ich auch einmal im Monat nach Steffisburg/BE,um den Aufbau der Gehörlosenarbeit in der Schweiz zu unterstützen.

Der Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs brachte es mit sich, dass ich nach Ostdeutschland geschickte wurde, um dort beim Aufbau der Sozialversicherung mitzuhelfen. Von Berlin (-Ost) ging meine Arbeit über verschiedene Städte Ostdeutschlands, bis ich in Weisswasser an der polnischen Grenze landete. Ich kam in dieser Zeit weiterhin monatlich in die Schweiz und nach München, um die Arbeit im Reich Gottes fortzuführen.

In der Schweiz

Als ich 1991 nach Zürich eingeladen wurde, hatte ich meinen ersten Kontakt mit dem CZB. Bei dieser Gelegenheit lernte ich Nicole, meine heutige Frau, kennen.

Es war auch in dieser Zeit, da ich innerlich empfand, dass der Zeitpunkt gekommen war, dem Ruf Gottes konkret zu folgen. Ich beschloss, meine erfolgreiche Laufbahn im Beruf zu beenden und mich einer theologischen Ausbildung zu widmen.

Im September 1993 begann ich mit dem Studium am IGW (Institut für Gemeindebau und Weltmission), welche ich im Juni 1997 beendete.

Im August 1997 schenkte uns Gott unsere Tochter Sarina und im Mai 1999 und Februar 2001 unsere Söhne Mirco und Timon. Meine Familie ist für mich ein schöner und wichtiger Ausgleich, und die Beziehung zu Nicole ist für mich ein grosser Rückhalt auch im Dienst.

Nicole und Joachim Schmid mit Mirko, Timon und Sarina

Nicole und Joachim Schmid mit Mirko, Timon und Sarina

Ich bin Gott dankbar für Seine Führung in meinem Leben. Er macht mein Leben unglaublich wertvoll. Es ist mein grösster Wunsch, Ihn immer besser kennen- und verstehen zu lernen und meinen Dienst so zu tun, wie Er es möchte.

Joachim

Aus der Gemeinschaft Juli 2004