Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

CGG Schweiz

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Osterlager 2004 3. Teil

Persönlicher Bericht von Peter über die Freizeit

Sechs Deutsche in der Schweiz

Marijana, Otto, Monika, Peter, Bernd, Maria
Marijana, Otto, Monika, Peter, Bernd, Maria

Was bewegt ein paar Deutsche sich sehr früh am Morgen auf zu machen und mit dem Zug in die Schweiz zu reisen? Urlaub? Freunde? Neugierde? In diesem Fall wohl Neugierde. Ziel der Reise: Osterfreizeit Passugg. Sechs Deutsche, die ganz heiss darauf waren die Schweizer der CGG-Schweiz kennen zu lernen.

Wer sind aber diese Deutsche? Einfach nur Hörgeschädigte? Die Antwort: Ja und nein. Zum einen sind es ganz normale Hörgeschädigte... wobei: eine Person hört normal. Zum anderen gehören fünf davon dem Gremium der Gemeinde in Pforzheim an (statt Gremium nennen sie es ‹Team› – klingt auch nicht so steif). «Aha, dann ist diese Reise wohl auch so was wie eine Geschäftsreise?» So könnte man das jetzt denken. Tja, und genau das wussten sie selber auch nicht so recht einzuordnen. Auf der einen Seite ist es einfach eine Reise in eine Freizeit, auf der anderen Seite sollte diese Reise auch dazu dienen freundschaftliche Kontakte zu knüpfen.

Diese sechs Hörgeschädigte... das waren wir! Als wir uns aufmachten in die Schweiz zu fahren, wusste keiner so recht, was genau auf uns zu kommen würde. Niemand wusste, wie wir wohl wieder heim fahren würden. Jeder hatte so seine Fragen. Welche Personen werden wir wohl antreffen? Wie ist der Umgang miteinander? Und einige solcher weiteren Fragen.

Alles was wir über die CGG-Schweiz wussten, wussten wir aus deren Homepage und aus den Zeitschriften ‹Gemeinschaft›, die wir erst kurz vorher erhalten hatten (ein Abo und ein paar Probeexemplare). Zwei Leute von uns waren allerdings bereits einmal in Aarau in der Bibelschule gewesen. Doch mehr als nur der erste Eindruck, der wirklich gut war, war da auch nicht. Alle waren sehr gespannt, ob sich denn das Bild, das wir aus eben der Homepage und den Zeitschriften erhalten hatten, sich bestätigen würde.

Deutsche sind in der Regel wegen ihrer Pünktlichkeit sehr bekannt. Doch als wir in Passugg ankamen, waren wir sehr überpünktlich, aber nicht weil wir Deutsche sind. Der Grund lag an der Bahnverbindung. Allerdings hat uns das gut getan, früher anzukommen, denn so hatten wir noch etwas Zeit uns von der Reise auszuruhen.

Was wir dann in den nächsten Tagen erleben durften übertraf jede unsere Vorstellung, jede Hoffnung und jede Erwartung. Sehr beeindruckt waren wir, wie die Schweizer Geschwister uns so herzlich aufgenommen haben. Zugleich war der Umgang untereinander und miteinander herzlich, was uns fasziniert hatte. Sehr beeindruckt waren wir auch, wie sich Geschwister eingebracht haben. Jeder hatte seinen Platz. Auch war es spürbar, dass niemand seine Aufgabe wahrgenommen hat, weil das eben dran war oder eben gemacht werden muss, sondern man war davon überzeugt und hat es gerne getan.

Schön fanden wir auch, dass man auf der Freizeit etwas Neues gewagt hatte. Die Seminare am Nachmittag waren etwas Neues. Vielleicht war es vorauszusehen, dass die Teilnehmer soweit alle Seminare besuchen wollten. Das ist natürlich anstrengend und wenig erholsam. Doch war es sehr gut und wichtig, so was anbieten zu können. Die Seminare waren auch gut vorbereitet und vorgetragen worden.

Super fanden wir, dass die Bibelarbeiten am Vormittag nicht nur Referate waren, in denen die Teilnehmer nur zuhörten, sondern auch aktiv daran beteiligt waren. Das hat auch gezeigt, dass jeder mitdachte und sich auch hier einbringen wollte. Sprich: Christen in (Re-)Aktion. Imponiert hatte uns auch der CGG-Präsident, wie er die Balance zwischen Referent und Moderator halten konnte – eine Glanzleistung.

Ein guter Ausgleich waren die Abende. Der Spielabend brachte uns alle noch einmal näher zusammen. Zugleich hatten wir hier eine gute und schöne Möglichkeit uns noch näher kennen zu lernen. Hier wurde neben Kopf- auch Körpereinsatz gefragt. Da kamen auch die Lachmuskeln zum Einsatz.

Beim Lobpreisabend konnten wir alle unseren Lob und Anbetung an Gott zum Ausdruck bringen.

Alles in einem: ein sehr buntes und ausgeglichenes Programm – trotz oder gerade wegen der Seminare.

Die Schweizer der CGG-Schweiz haben unsere Herzen erobert. Verblüfft waren wir auch, wie wir sehen durften, wie schnell sie uns ihr Vertrauen schenkten. Das Eheseminar, das ich, Peter, spontan leiten durfte, hat uns schon überrascht. So auch einige schon vertrautere Gespräche, die geführt wurden. Schnell fühlten wir uns bei den Schweizern zu Hause.

Schon während der Freizeit haben wir unsere Begeisterung nicht versteckt. Belustigend fanden wir, dass versucht wurde, uns wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen. So hörten wir auch von einigen Schwierigkeiten, die die CGG-Schweiz hat (natürlich keine internen Geheimnisse). Belustigend deshalb, weil wir bei aller Begeisterung realistisch geblieben sind und noch sind.

Die Heimreise nach Deutschland fiel uns dann schwer. Sehr viele haben wir lieb gewonnen und die Freizeit hatte uns viel Spass gemacht. Sie war anstrengend und erholsam zugleich, was schon paradox ist (in der Physik und Mathematik spricht man vom Paradoxon = etwas was es gibt, aber nicht geben sollte, weil es sich z.B. widerspricht). Die Hoffnung ist gross, dass es klappt im nächsten Jahr wieder kommen zu können, was manche jetzt noch nicht sicher wissen können.

Peter

Aus der Gemeinschaft Juli 2004