Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Gott 100% vertrauen ist nicht immer einfach!

In den letzten vier Jahren konnte ich vieles in meinem schnelllebigen Beruf als Informatiker und auch im Glauben lernen

Markus
Markus

Ich hatte keine einfache Lehrzeit, da ich während der Lehre zweimal den Lehrbetrieb wechseln musste. Die beiden Firmen machten Konkurs. Gott war trotzdem die ganze Zeit bei mir!

Meine Lehrzeit

Die ersten zwei Lehrjahre bei der Firma Miracle AG gefielen mir nicht. Die Zusammenarbeit mit meinen Lehrlingskollegen war schlecht. Im zweiten Lehrjahr hatte ich eine sehr ungenügende Betreuung. Zum ersten Mal musste ich alles ertragen lernen. Übrigens veränderte sich die Firma sehr schnell, besonders als sie an die Börse ging. Es kamen immer wieder neue Angestellte, Reorganisationen, neue Firmennamen etc. Die Atmosphäre war für mich ungesund. Aber in den letzten drei Monaten war ich in einer anderen Abteilung, und dort war die Betreuung viel besser. Ich hatte zu Gott kein Vertrauen mehr und machte mir oft Gedanken, ob ich die Lehre abbrechen sollte. Zum Glück ermutigten meine Freunde und meine Eltern mich immer wieder, die Lehre weiterzumachen. Dann kam der Konkurs der ersten Firma wie gerufen...

Als ich nun auf der Strasse stand und wieder eine Lehrstelle suchen musste, bekam ich schon bald zwei Angebote von Lehrbetrieben. Nun musste ich mich entscheiden, welche Lehrstelle ich nehmen sollte, und bat Gott um seine Hilfe. Damals glaubte ich, dass ich nicht so schnell wieder einen Firmenkonkurs erleben würde, und vertraute Gott, dass er mir eine feste Lehrstelle geben werde.

Ich entschied mich für die Firma in Zuchwil. Dennoch hielt der Lehrmeister der anderen Firma eine ‹Hintertüre› frei, falls meine zweite Firma auch Konkurs machen sollte. Für dieses nette Angebot dankte ich ihm und behielt es in meinem Kopf. Allerdings dachte ich, ich würde sowieso nie dorthin arbeiten gehen.

Die Lehrzeit in der zweiten Firma war sehr lehrreich und schön. Es war wie ein Familienbetrieb, und alle Arbeitskollegen waren anständig zu mir. Die Betreuung dort war auch viel besser. Nach ca. acht Monaten im dritten Lehrjahr hatte meine Firma leider grosse finanzielle Schwierigkeiten. Es wurde Kurzarbeit eingeführt. Meine Erinnerungen an die erste Firma waren noch sehr frisch. Es kamen fast die gleichen Unsicherheiten, Krisensitzungen etc. So etwas wollte ich nicht noch einmal erleben.

Nach Absprache mit meinem Betreuer kündigte ich freiwillig die Lehrstelle und wechselte zum Staatsbetrieb Seco, welcher für mich eine Hintertür freigehalten hatte. Zuerst war ich schon etwas unsicher, ob ich nicht voreilig die Lehrstelle gewechselt hätte. Übrigens bereue ich nicht, dass ich damals ‹falsch› entschieden hatte, in Zuchwil die Lehre zu machen. Erst später erfuhr ich, dass meine zweite Firma wirklich zwei Monate nach meinem Abgang Konkurs machte. Dies war eine grosse Bewahrung Gottes.

Mein neuer Lehrmeister versicherte mir, ich könne dort auch nach der Lehre bleiben. Im Staatsbetrieb hatte ich zum ersten Mal Ruhe von der hektischen Wirtschaft und konnte in aller Ruhe mit der Lehre fortfahren. Vor den ersten LAP-Prüfungen hatte ich Vertrauensprobleme mit Gott. Ich dachte einfach, ich müsste die Lehre vielleicht verlängern...

Während des Abschlussprojekts informierte mich mein Lehrmeister, ich könne doch leider nicht nach der Lehre bei Seco bleiben. Da war ich natürlich sehr enttäuscht und verstand die Welt nicht mehr. Zum Glück fand mein Lehrmeister eine Zwischenlösung und bot mir eine Praktikumsstelle für ein Jahr an, damit ich während dieser Zeit eine andere Arbeitsstelle suchen könne.

Die Lehre konnte ich Gott sei Dank erfolgreich abschliessen. Nun begann ich Gott wieder 100% zu vertrauen und übergab meine Sorgen in seine Hände. So hatte ich Frieden in meinem Herzen.

Nach der Lehre bat ich Gott mehrmals um seine Hilfe beim Stellensuchen. Tatsächlich eines Tages fand ich im Zug ein Stelleninserat, das genau meinen Fähigkeiten und Anforderungen entsprach. Sofort bewarb ich mich bei der BZ (Berner Zeitung) um die Arbeitsstelle. Kurz darauf bekam ich ausgerechnet von meinem ehemaligen Teamleiter der ersten Firma Miracle AG eine Email! Dies war ganz bestimmt wieder eine Führung Gottes. Nachher ging alles wie automatisch beim Vorstellungsprozess.

Seit Januar arbeite ich gerne bei der BZ und vertraue Gott. Er wird mich auf meinem Weg noch mit vielen interessanten Dingen überraschen. Manchmal versteht man nicht sofort, weshalb Gott manche Dinge zulässt. Aber wenn man Gott vertraut und weiss, er möchte immer, immer das Beste für uns, hat man weniger Sorgen im Leben.

Während der ganzen Lehrzeit half mir dieser Bibelvers:

Sprüche 3:5+6

Verlass Dich nicht auf Deinen Verstand, sondern setze Dein Vertrauen ungeteilt auf den Herrn! Denk an ihn bei allen, was du tust; Er wird Dir den richtigen Weg zeigen

Aus der Gemeinschaft Juli 2003