Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

CGG Schweiz

Quick-Links

Projektinformationen: Neues Personal für die Gehörlosenschule Riberalta

Ein bolivanischer Lehrer und zwei Schweizer MitarbeiterInnnen bereiten sich für das Schuljahr 2001 vor.

Die Hörenden haben ein Sprichwort: «Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse». Das kennen wir: Wenn der Chef in den Ferien ist, sind die Angestellten viel lockerer. Sie müssen weniger Angst haben, wenn sie Dummheiten machen...

In der Schule Riberalta ist es genau gleich. Wenn der Chef, Andreas Kolb, mehr als vier Monate weit weg in der Schweiz ist, was machen die Bolivianer dann? Wir sind nicht misstrauisch gegen die Bolivianer. Unsere Angestellten sind ehrlich und stehlen nichts! Aber wir denken, sie wären allein etwas überfordert mit den vielen Arbeiten, die Andreas macht. Für so lange Ferien muss eine Stellvertretung für Andreas da sein. Es muss eine Person mit vielen Fähigkeiten sein. Sie muss gut planen, leiten, kommunizieren, organisieren, die Gehörlosen verstehen, Spanisch, Deutsch und Gebärden sprechen können, das tropische Klima ertragen, einfach und ohne Vergnügungsmöglichkeiten leben können und viel Geduld haben. Nicht so einfach. Doch Gott schickt immer wieder neue Leute, die im richtigen Moment einspringen.

Wir haben jetzt neues Personal für unsere Schule gefunden

Antonio Olmos Tibubay

Seit Beginn des Schuljahres 2000 arbeitet Antonio Olmos Tibubay als Lehrer für uns. Antonio ist hörend und hat - als einziger an der Gehörlosenschule Riberalta - eine volle Ausbildung als Lehrer mit einem Diplom. Er hat bis 1999 an der hörenden Schule Maranatha gearbeitet. In der Freizeit hat er ein Jahr lang bei Andreas Kolb Gebärden gelernt. Jetzt hat er zur Gehörlosenschule gewechselt. Er ist eine sehr wertvolle Verstärkung für unsere Lehrer. Vor allem jetzt, da wir schon 29 Schüler und Schülerinnen haben, die zum Teil schon über 15 Jahre alt sind.

Mirjam Weber

Während der Ferien wird Mirjam Weber aus Möriken AG Andreas vertreten und die Schule leiten. Mirjam war schon einmal eine Woche in Riberalta und hat mitgeholfen. Es hat sehr gut geklappt. Darum hat Andreas gewünscht, dass Mirjam für längere Zeit nach Riberalta arbeiten kommt. Mirjam hat zuerst ein Praktikum an der Gehörlosenschule Zürich-Wollishofen gemacht. Jetzt ist sie bereit, die Stellvertretung für Andreas zu übernehmen. Wir sind sehr froh darüber. Mirjam wird am 7. August 2000 abfliegen und etwa zwei, drei Wochen mit Andreas zusammen arbeiten. So lernt sie den Schul-Alltag kennen, bevor Andreas weggeht. Sie muss viele kleine Details wissen.

Mirjam schreibt:

Als ich letztes Jahr in Bolivien war und da auch die Gehörlosenschule in Riberalta besuchte, war ich sehr fasziniert davon. Ich half sofort ein bisschen mit beim Unterrichten und interessierte mich immer mehr für die Gebärdensprache. Zurück in der Schweiz fragte ich dann bei der Kantonalen Gehörlosenschule in Zürich an, ob es möglich wäre bei ihnen ein Praktikum zu machen.

Ich merkte, wie der Herr mich führte und mich auch rief nach Riberalta. Ich wurde an der KGSZ aufgenommen und bin nun seit Oktober 1999 als Praktikantin dort tätig. Ich lerne sehr viel über die Gehörlosen und natürlich auch die Gebärdensprache. Es ist wirklich ein Geschenk Gottes, wie einfach es mir fällt, die Gebärdensprache zu erlernen und dann auch anzuwenden. Ich hatte dann auch mehrere Gespräche mit dem Präsidenten der CGG, betreffs eines Einsatzes in Riberalta. Wir beteten fest um die richtigen Entscheidungen und der Herr führte mich wunderbar. So werde ich nun definitiv am 7. August 2000 für knapp sieben Monate nach Bolivien reisen, um dort in dem Centro de sordos (Gehörlosenzentrum) mitzuarbeiten. Andreas Kolb wird mich in das ganze Geschehen einführen und dann mit seiner Familie in die Schweiz auf Heimaturlaub fliegen. Ich freue mich sehr auf die Zeit in Riberalta und bin fest am Beten, dass der Herr mich auch nach diesem Aufenthalt richtig weiterführt. Wer weiss, ob er mich noch für länger nach Bolivien ruft oder ob mein Platz hier ist... alles liegt in Seinen Händen, und das macht mich getrost und ruhig.

Siehe auch ihr ersten Rundbrief: Erster Rundbrief

Stefan Krähenbühl

Stefan Krähenbühl geht nochmals nach Riberalta. Er war schon drei Monate dort 3monatigen Einsatz. Dann kam er zurück. Aber sein Herz ist in Riberalta geblieben. Er hat sich entschieden, noch einmal zu gehen, und diesmal etwas länger. Er denkt, er will sicher ein Jahr bleiben, vielleicht noch mehr. Wir freuen uns sehr darüber. Stefan ist eine wertvolle Hilfe für unsere Schule. Wir staunen oft, wie Gott Leute führt und zu uns bringt, wenn man sie braucht. Auch Stefan hat uns einen Lebenslauf geschickt.

Stefan schreibt:

Seid gegrüsst, liebe gehörlose und hörende Geschwister. Einige von Euch möchten wissen: Wer ist eigentlich Stefan Krähenbühl? Wo kommt er her, was macht er so? Darum schreibe ich jetzt einen kurzen Lebenslauf.

Aufgewachsen bin ich in Steffisburg in einer fünfköpfigen hörenden Familie. Ich besuchte neun Jahre die Schule und machte dann eine Lehre als Mechaniker. Nach der Ausbildung arbeitete ich vor allem in Heimen oder im Baugewerbe. Zuletzt war ich fünf Jahre in einem Altersheim als Hauswart tätig. In der Freizeit bin ich gern in der Natur, sei es zu Fuss oder mit dem Velo. Ich geniesse und bestaune Gottes wunderbare Schöpfung. Meine Hobbys sind Gitarre, Sport, Lesen, Zimmerpflanzen und kochen. Früher habe ich gedacht: «Die Bibel ist nichts für mich. Sie ist uralt und ich verstehe sie nicht!» Ich wusste auch nicht, wer Gott ist. Von Jesus hatte ich auch nicht viel gehört. Doch schon bald lernte ich Christen kennen die mir von Jesus erzählten. Ich wurde neugierig. Die Christen hatten eine grosse Liebe und einen tiefen Frieden. Dies wollte ich auch. So begann ich die Bibel zu studieren. Ich verstand nun so vieles. Ich wusste dass, ich vor Gott schuldig bin weil ich ohne ihn lebte und weil ich viel Falsches gemacht habe. Ich wusste aber auch dass Jesus Christus meine Sünden auf sich genommen hat. Jesus Christus starb am Kreuz stellvertretend für mich. Ich ging auf die Knie und bat Gott um Vergebung und Gott vergab mir, schenke mir ein neues ewiges Leben. Jetzt wusste ich ganz sicher. Jesus ist wirklich von den Toten auferstanden! Darum (2. Korinther 5,17):

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das alte ist vergangen, siehe, neues ist geworden

Ich bin in der freien evangelischen Gemeinde zu Hause. Dort triff sich auch die CGG-Steffisburg. Seit fünf Jahren pflege ich intensiven Kontakt mit Euch Gehörlosen, auch als Übersetzer. Ich betrachte es als Vorrecht, so viele tiefe Beziehungen mit Euch zu haben. So, jetzt habe ich einiges von mir erzählt und ich wünsche Gottes reichen Segen.

Herzlichst, Stefan Krähenbühl

Stefan wird wahrscheinlich noch im Jahr 2000 ausreisen. Das genaue Datum ist noch offen. Siehe auch sein Bericht Neuer Einsatz .

 

Zur Übersicht Nächste Seite >

Weitere Seiten

Siehe auch