Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

CGG Schweiz

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Projektinformationen: Neues aus Bolivien: Unerwartetes… Erfreuliches!

Berichte vom Frühjahr 2009. Aufenthalt in La Paz beim Erziehungsministerium, Fussball-Länderspiel, Aufenthalt in der Rosen- und Weinstadt, Gebetsanliegen

Reisen ja, aber wohin?

Im letzten CGG-Heft stand, dass wir (Andreas und Carole Lehmann) im Mai in andere Städte reisen würden, um dort Gehörlosenlehrer weiterzubilden. So war es geplant…

Doch im April rief das Erziehungsministerium an und sagte uns, dass wir in zwei Tagen nach La Paz fliegen und dort 2 Wochen arbeiten würden. Wir freuten uns, dass wir die Gelegenheit bekamen, den Lehrplan für die Gehörlosen in Bolivien zu erarbeiten. Schnell mussten wir alles vorbereiten, Stellvertreter ernennen, Arbeitsaufträge erteilen, etc. Dann waren die Koffer gepackt, alles bereit, nur fehlte das Flugbillet, das uns das Erziehungsministerium schicken musste… Nach drei Tagen und vielen Telefongesprächen konnten wir (Andreas, Carole und Yezenia = hörende Lehrerin von Arca) endlich fliegen. Unsere Gruppe (4 Gehörlose und 4 Hörende aus verschiedenen Departementen) arbeiteten von morgens bis abends spät, denn wir mussten nicht nur den Lehrplan erarbeiten, sondern auch Lehrer- und Elternhandbücher. Wir mussten genau begründen, wieso der zweisprachige Unterricht für Gehörlose wichtig ist (philosophisch, geschichtlich, sozial, rechtlich etc.). Jeden Morgen begannen wir mit einem Gebet, weil wir Gottes Weisheit und Führung brauchten. Und Gott half uns – halleluja! Alle Dokumente konnten wir rechtzeitig abgeben!

Bolivien - Argentinien 6:1

Manchmal arbeiteten wir bis zu 14 Stunden am Tag, das war streng. Aber an einem Nachmittag nahmen wir frei, um uns das Länderspiel im Stadion anzusehen. Fröhlich marschierten wir los. Ich (Carole) glaubte nicht an einen Sieg. Wie war ich erstaunt, als die Bolivianer schon nach wenigen Minuten das erste Goal schossen. Und der Jubel ging weiter, wie ihr oben im Endresultat sehen könnt. Es war ein besonderes Erlebnis!

Flug in die Rosen- und Weinstadt

Im Mai lud uns das Erziehungsministerium zu einer letzten Arbeitsphase ein. Wohin? In die wunderschöne Heimatstadt von Sara.

Yezenia und ich (Carole) flogen zum ersten Mal ganz in den Süden Boliviens - nach Tarija. Wir fühlten uns wohl in dieser gemütlichen und sauberen Stadt. Besonders fiel uns auf, dass die Menschen sehr freundlich und hilfsbereit sind. Andreas war der perfekte Reiseführer, weil er jedes Jahr mit seiner Familie nach Tarija in die Ferien geht. So konnten wir den berühmten Wein degustieren, die schöne Landschaft bewundern, ins Dinosauriermuseum gehen, Fondue Chinoise essen und natürlich Sara´s Familie kennen lernen. Nach einem freien Tag ging es los mit arbeiten. 150 Leute aus ganz Bolivien waren eingeladen, um die Lehrpläne der Gehörlosen, Menschen mit Sehbehinderung, mit geistiger Behinderung, mit Lernproblemen, mit körperlicher Behinderung und der Hochbegabten zu analisieren und in die Schlussform zu bringen.

In der Gruppe für Gehörlose waren wir uns alle einig, dass Gehörlose das Recht haben, zuerst Gebärdensprache zu lernen und mittels dieser weitere Sprachen und andere Kenntnisse zu erwerben. In den anderen Gruppen gab es heftige Diskussionen und technische Probleme. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und viel Gebet, war es bei uns friedlich und wir kamen gut vorwärts – Gott sei Dank! Obwohl wieder einmal die Hörenden in der Mehrzahl waren, durften drei Gehörlose teilnehmen und wurden angehört: Andreas, Marcelo, Stellvertreter des Präsidenten des Gehörlosenverbandes Boliviens und Anibal, Berater für Gehörlosenerziehung im Erziehungsministerium.

Am 6. Juni 2009 werden alle Lehrpläne dem Präsidenten vorgelegt werden.

Aktuelle Gebetsanliegen

Danke, dass ihr an uns denkt, Gott segne euch reich

Carole Lehmann (in Absprache mit Andreas und Sara)

P.S.: Wir lesen immer gespannt die Gemeinschaft, um zu erfahren, wie es euch in der Schweiz geht. Die Berichte und Zeugnisse sind sehr ermutigend!

 

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