Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Projektinformationen: Das Schuljahr 2001 in Riberalta

Das Schuljahr 2001 hat angefangen. Wie läuft es?

Schulbetrieb

Unsere Schule ist wieder offen. Wir haben fünf neue SchülerInnen. Eine Schülerin, Perla (Sie besuchte unsere Schule schon im Jahr 1999) ist wieder an der Schule zurück. Nun hat es ingesamt 22 SchülerInnen.

Meine Frau Sara und ich führen einen Kindergarten mit sieben SchülerInnen.

Die Kindergartenklasse von Andreas und Sara (Sara fehlt auf dem Bild)

Die Kindergartenklasse von Andreas und Sara (Sara fehlt auf dem Bild)

Diese SchülerInnen müssen zuerst eine gute Grundlage in ihrer Muttersprache (ASL) und ein gutes Selbstwertgefühl als gehörlose Person aufbauen, bevor sie in die 1. Klasse übertreten können. Sara unterricht drei kleine Buben (José Abraham und Jesús) und ein Mädchen (Karin) im Alter zwischen vier und sechs Jahren. Ich übernehme die restlichen vier Mädchen im Alter zwischen 8 und 14 Jahren. Beim Beginn vom 2. Trimester (im Mai) wechselte ein intelligenter Schüler (Marcos) von Kindergarten in die 1. Klasse. Unsere neue Lehrerin Beby Mercado unterrichtet die 1. Klasse mit drei Mädchen (Mariana (4 Jahre alt), Silviana, (7 Jahre alt) und Mayra (14 Jahre akt) und einem Knaben (Marcos, 10 Jahre alt).

Beby Mercado und ihre 1. Klasse

Beby Mercado und ihre 1. Klasse

Sie lernen vor allem Wörter aus verschiedenen Alltagsthemen, Schreiben und allgemeines Rechnen. Die 2. Klasse wird von unserer gehörlosen Lehrerin Fanny Pérez geleitet. Es hat dort vier Knaben und drei Mädchen im Alter zwischen 11 und 13 Jahren.

Fanny Pérez und die 2. Klasse

Fanny Pérez und die 2. Klasse

Sie lernen schwierigere Wörter mit dem Artikel und werden vorbereitet, einfache Sätze zu schreiben. Sie lernen auch Rechnen (Multiplikation und Division) und neu Lebens- und Naturkunde. Unser einziger ausgebildeter Lehrer Antonio Olmos führt eine doppelte Klasse. In der 3. Klasse sind Giovana (13 Jahre alt) und Jerson (13 Jahre alt) und in der 4. Klasse sind Ricky (14 Jahre alt) und Daniel (17 Jahre alt).

Antonio Olmos und seine 3./4. Klasse

Antonio Olmos und seine 3./4. Klasse

Sie lernen Rechnen, Sozial- und Naturkunde. Für diese SchülerInnen ist es schwierig, Sprache zu lernen. Alle Klassen haben Religion und Werken. Die Ausnahme sind die Burschen von der 3. und 4. Klasse.

Stefan Krähenbühl unterrichtete sie in einfacher Holzbearbeitung. Das Turnen besuchen die 2., 3. und 4. Klasse zusammen mit den hörenden SchülerInnen vom Colegio Maranatha. Das ist wichtig wegen der Intergration und Öffentlichkeitsarbeit von Gehörlosen.

Unsere Lehrerin Delmira Añez de Nuñez leitet die Schulklasse mit den erwachsenen Gehörlosen. Diese Klasse ist auf 6 SchülerInnen geschrumpft, obwohl ein neuer Gehörloser Victor (27 Jahre alt) dazu gekommen ist. Ein Grund, dass einige erwachsene Gehörlose nicht mehr zur Schule kamen, war dass die letztjährigen SchülerInnen lieber zur Arbeit gehen wollen, um ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Sie hatten keine Motivation mehr, um weiter zu lernen. Das wird uns auch in Zukunft beschäftigen. Was können wir ihnen anbieten, dass sie motiviert sind, in der Schule Neues zu lernen? Delmira unterricht neben Sprache, Rechnen, Religion und neu auch Lebens-, Natur- und Gesundheitskunde.

Die Schule hat jetzt total 28 SchülerInnen und vier bezahlte LehrerInnen und drei Missionare.

Weiterbildungskurse von unseren Leuten

Zwischen dem 15. und 26. Januar 2001 besuchte Beby (Kurs 1) und seine Schwester Erika (Kurs 2) den nationalen Gebärdensprachkurs in Cochabamba. Das ist unser erster Schritt im Projekt ‹Ausbildung von Dolmetschern›. Wir werden sie für die Schulintegration, den Gottesdienst und anderes im sozialen Bereich brauchen. Stefan war auch in Cochabamba und alle hat gut abgeschlossen. Bravo!

Ausbildungsreise nach Brasilien

Von 26. bis 30. März sind Antonio und ich in Porto Alegre (Süden von Brasilien) gewesen. Die CBM finanzierte grössentteils unsere Reisekosten. Wir besichtigten die 30-jährige Gehörlosenschule ‹Unidade de Ensimo Especial Concórdia›, welche auch von der CBM unterstütz wird. Es hat 187 Schülerinnen und 34 LehrerInnen, dazu 17 Angestellte. Das zweistöcke Schulhaus mit einer Turnhalle wurde im Jahr 1966 von einem deutschen Architekt gebaut. Die Unterrichtsmethoden sind fast diesselben wie in der Schweiz. Aber man benützt überall die brasilianische Gebärdensprache. Es hat dort ein audiologisches Studio, Logopädie, einen Computerraum und einen Theaterraum. Dort ist auch ein Unterricht wie das Pro G (= Unterricht in Gehörlosenkultur) im Stundenplan. Diese Schule ist mit der Lutheraner Universtität verbunden wegen den Geldgebern.. Heute besuchen 45 Gehörlose die Universität. Wir besichtigten sie auch. Wir dürften Erfahrungen und verschiedenen Methoden nach Riberalta mitnehmen. Die MitarbeiterInnen von Porto Alegre sind gastfreundlich, gaben uns gute Informationen und zeigten, wie sie arbeiten.

Dann haben wir am 4. und 5. Mai in Riberalta zum ersten mal unseren eigenen Weiterbildungskurs für LehrerInnen durchgeführt. Dort gaben wir ihnen unsere Erfahrungen von Brasilien weiter.

Von 8. bis 12. Mai 2001 nahmen unsere LehrerInnen zum ersten Mal an einer ganztägigen, regionalen Weiterbildung in Riberalta teil. Das Thema war ‹Sexualität›, damit alle LehrerInnen dann in ihren Schulen diese wertvollen Informationen den SchülerInnen weitergeben können. Ich war erstaunt, dass die meisten einheimischen LehrerInnen nicht viel über Vergütung, Prävention und Familieplanung wussten und was vom Staat geregelt ist. Dort informierten sie uns auch über Gewalt, wie z.B. Verwaltigung, Streit in der Ehe (häufig) und den Kinderschutz. Das ist sehr wichtig für das soziale Leben in Riberalta. Gott soll seine Liebe durch unsere Arbeit den SchülerInnen weitergeben, damit sie in ihrem Leben mehr Verantwortung tragen können..

Die Arbeit von Stefan Krähenbühl

Stefan machte zusammen mit einem arbeitslosen, gläubigen gehörlosen Mann (Victor) die Unterhaltsarbeit im Zentrum Arca. Er erklärte ihm die Werkzeuge, Geräte, Material, die sie zum Arbeit brauchten und wie man damit richtig umgeht. Das Ziel ist, dass Victor einmal im Zentrum Arca oder ausserhalb selbsständig arbeiten kann.

Stefan hat eine alte Zimmerwohnung in neues Schulzimmer umfunktioniert, denn die Schule brauchte ein weiteres Klassenzimmer. Er half mir auch im Büro, produzierte Schulstoff, machte viele Fotokopien und Administrationsarbeiten.

Während der Gottesdienst übersetzte er für uns Gehörlose als Uebersetzter in der Gemeinde

‹Dios es Amor›. Dort half er auch bei der OANSA, mit den hörende Kinder. Sie findet jeden Samstagnachmittag statt. Jeden Mittwoch besuchte er mit dem Gemeindeleiter das Gefängnis von Riberalta, um den Gefangenen den frohe Botschaft zu vermitteln.

Die neue Abwartfamilie

Unser Abwart Esteban hat in Cobija (10 Std. Fahrt von Riberalta) eine neue Stelle bekommen. Darum ist er mit seine Familie am 9. März weggezogen.

Wir danken Gott, dass er uns in kürze Zeit eine neue Abwartsfamilie gegeben hat. Es ist eine Familie mit drei Mädchen und einem Bub, im Alter von zwei bis ca. zehn Jahren. Am 21. Mai kam noch ein weiteres Kind auf die Welt.

Die neue Abwartsfamilie

Die neue Abwartsfamilie

So war die Abwartswohnung zu klein. Ich beschloss, die Wohnungsfläche um das Doppelte zu vergrössern. Der Baumeister, der unsere Wohnug gemacht hatte, baute zwischen dem 8. und 24. März ein grossräumiges Zimmer mit Dach und natürlicher Luftzufuhr.

Die andere Seite der Abwartswohnung: Man sieht, die Fläche wurde um das Doppelte vergrössert

Die andere Seite der Abwartswohnung: Man sieht, die Fläche wurde um das Doppelte vergrössert

Die neue Abwartsfamilie fühlt sich heute wohl und hat mit uns gut angefangen. Sie besuchen auch die gleiche Gemeinde wir wir. Die Frau Dora arbeitet in unserer Schule als Putzfrau und ihr Mann Ricardo arbeitet als Töfftaxifahrer. Das Motorrad gehört der Gemeinde ‹Dios es Amor›. Er musst jeden Tag ihr einen festen Geldbetrag abliefern und darf den Rest für seinen Lebensunterhalt behalten.

Situation von weiten Schulweg verbessern

Seit dem Schulanfang organisiere ich zwei Töfftaxis, welche der Gemeinde ‹Dios es Amor› gehören. Ricardo und sein Töfftaxi gehören dazu. Er bringt vier SchülerInnen vom Süden in die Schule. Er muss jetzt diese Strecke zweimal fahren, weil zwei neue SchülerInnen dazu gekommen sind. Der andere Chauffeur, Nilson bringt drei SchülerInnen vom Westen.

Das überfüllte Töfflitaxi

Das überfüllte Töfflitaxi

Die beiden fahren die SchülerInnen am Mittag wieder nach Hause. Unsere LehrerInnen bemerkten, dass so fast immer alle SchülerInnen zur Schule kommen und auch pünktlicher als im letzten Schuljahr sind. Prima!

Die Gehörlosengemeinde ‹Dios es Amor›

Victor, Fanny und meine Frau Sara machen abwechselnd die Einleitung in unserer Sonntagsschule für Gehörlosen. Ich mache wie bisher die Predigt. Am Sonntag kommen mehr Gehörlosen als am Mittwochabend. Ich predige über die Geschichten aus dem alten Testament. Fanny ist für den Dolmetscherdienst zuständig. Sie macht einen Monatsplan, wer wann dolmetschen muss. Wir haben sieben DolmetscherInnen zur Verfügung. Dank dem Herrn!

Club ARCA

Das ist ein neuer Name, der seit einem Jahr besteht. Das ist eine Freizeitbeschäftigung der Gehörloser aus Riberalta. Sie kommen immer jeden Donnerstagabend ins Gehörlosenzentrum Arca.

Der neugewählte Vorstand vom Club «Arca» für das Jahr 2001 mit Stefan als Berater

Der neugewählte Vorstand vom Club «Arca» für das Jahr 2001 mit Stefan als Berater

Am 8.März haben die anwesende Gehörlosen die Vorstandsmitglieder gewählt. Der neue Präsident heisst gerade Victor. Wir haben Vater- (22.März), Kinder- (13.April) und Muttertag-Feste organisiert. Es war schön und für alle eine gute, soziale Gemeinschaft.

Zukunft

Von 12. bis 15. Juni nehmen Antonio und ich am Nationale Kongress in Santa Cruz teil, welches von der CBM organisiert wird. Es geht um die bessere Zusammenarbeit von verschiedenen Institutionen, welche von CBM unterstützt werden.

Ab Sommer wird im Gehörlosenzentrum ein neuer Spielplatz entstehen, welcher von der CBM unterstützt wird.

 

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