Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Projektinformationen: 10 Jahre «Arca» in Riberalta

Im Juni 2008 wurde das 10-jährige Jubiläum der Gehörlosenschule gefeiert. Ein Bericht von Richard.

Einige von euch haben bereits erfahren, dass eine Schweizer Delegation an der Feier der 10-jährigen Gehörlosenschule «Arca» anwesend war.

Für diesen Tag hat man sich viel vorgenommen und es waren einige Persönlichkeiten im Schulwesen eingeladen. Die Feier fand auf dem Hof unter einem riesengrossen Dach statt. Dieser Hof dient als Spielplatz, z.B. für Volleyball, Badminton etc. Die Bühne durfte nicht fehlen. Als Wand hat man zwei weisse Leintücher bespannt.

Heinz, du kannst dich freuen, dass die Leintücher mit den zwei Buchstaben HR bestickt waren. Das musste natürlich von dir sein. Welch eine Ehre, dass du wenigstens auf diese Weise dabei warst. An diese Leinwand wurden die einzelnen Filzbuchstaben befestigt: 10 Jahre Jubiläum der «Arca». Am Rande der Leinwand waren die grünen, gelben und roten Ballone befestigt und die blauen, langen Schleifen waren um die Ballone gewickelt worden.

Doch zwei Tage zuvor begann es, kalt zu werden (Polarwind) und es regnete...

Nun kam der Tag der Freude. Doch oh weh, der Regen wollte nicht aufhören... Kommen trotzdem viele Leute vorbei? Es kamen einige Leute wie Persönlichkeiten, Eltern etc. leider nicht viele. Denn der Regen hielt die Leute zurück, da sie sonst nass würden, wenn sie mit dem Töff vorbeikommen würden.

Doch wollten wir nicht traurig sein, denn wir dürfen auch nicht vergessen, dass der HERR an diesem Schulaufbau mitgeholfen hat.

Nun wurde das Fest mit einem Gebet eröffnet.

Mit dem Vers 1Kor 15,57.58 begrüsste Andreas uns alle und teilte mit Freude mit, dass einige Persönlichkeiten sowie die Schweizerische Delegation anwesend waren. Es wurde erzählt, wie die Schule vor zehn Jahren mit fünf Schülern begann. Vorher bestand schon eine Schule für Gehörlose, doch nach einigen Jahren musste die Schule geschlossen werden, da keine Lehrer da waren (krankheitshalber haben sie aufgegeben), um die Schule zu geben. Dann vor zehn Jahren konnte «Arca» mit Hilfe von Van der Berg, dem holländischen Eigentümer sowie der CGG Schweiz mit dem Missionar Andreas wieder eröffnet werden. Seitdem konnte die Schule bis jetzt bestehen. Mit jedem Jahr kamen immer mehr neue Schüler. Heute hat es 42 Schüler und 17 Mitarbeiter wie Lehrer, Dolmetscher, Sekretärin, Logopädin sowie dem Abwart.

Der 3. Akt der Feier: die «Nationalhymne» wurde vorgetragen von gehörlosen Schülern in bolivianischer Gebärdensprache!

Die Schüler (es konnten auch nicht alle Schüler kommen, eben wegen des heftigen Regens!) haben für dieses Theaterspiel geübt. Was haben sie denn gespielt? Na ja, ein europäisches Märchen und zwar Rotkäppchen!

Diese Schüler werden unterrichtet von fünf bis sieben Lehrern:

Kindergarten: 12 Kinder (Alter 4-10 Jahre)

2.Klasse: 6 Schüler (Alter 7-11 Jahre)

3.Klasse: 6 Schüler (Alter 11-14 Jahre)

4.Klasse: 2 Schüler (Alter 14 Jahre)

5.Klasse: 4 Schüler (Alter 13-15 Jahre)

Da waren noch vier Gehörlose im Alter von 14-17 Jahren (6. Klasse), die in einer hörenden Schule integriert sind. Ja richtig gelesen. Wie schaffen sie das? Natürlich durfte die Dolmetscherin nicht fehlen. Denn sie besuchen jeweils am Nachmittag diese Schule, die zu «Mitternachtsruf» gehört. Und am nächsten Morgen gehen sie dann in die «Arca», um den Stoff vom Vortag mit der Dolmetscherin durchzuarbeiten. Der Direktor, der auch am Fest war, rühmte die gehörlosen Schüler. Noch zu Beginn der Integration war es schwierig für die Schüler. Doch mit ihrem Fleiss und ihrer Ausdauer gehören sie zu den besten Schülern.

Zu den Theaterstücken wurden zwei Spiele vorgeführt. Damit wollte man zeigen, dass die Gehörlosen auch die Sprache in der Vergangenheit, Gegenwart und der Zukunft lernen. Gerade diese Sechstklässler demonstrierten ihr Können.

Unter den Lehrern sind drei Gehörlose dabei. Ricky, ein junger Gehörloser von 23 Jahren besuchte die Schule «Arca». Er kann heute das Gelernte den Schülern weiter geben. Er unterrichtet die dritte und vierte Klasse. Im August besucht er mit sechs anderen Gehörlosen das Lehrerseminar in Riberalta. Wollen wir für sie beten, dass sie genug Ausdauer und Willen haben, um die dreijährige Ausbildung erfolgreich abzuschliessen. Danach könnte «Arca» diese GL gut gebrauchen!

Zwei gehörlose Frauen (Hilfslehrerinnen) sind tätig im Kindergarten. Interessant ist, dass die beiden Frauen Ana und Fabiola noch die Schule besuchen, dh. die Abendschule.

Ana ist eine junge, 23-jährige Mutter von zwei Kleinkindern, verheiratet und kommt von Cochabamba.

Fabiola ist 30 Jahre alt, in Riberalta aufgewachsen und kommt von einer angesehenen Familie. Sie hat damals die Schule besucht, jedoch bei den Hörenden. Zu diesem Zeitpunkt gab es für sie keine andere Schulmöglichkeit. Ausserdem wollten ihre Eltern stolz sein, das ihre gehörlose Tochter es auch geschafft hat, die Schule zu besuchen.

Jedoch besuchen die beiden noch die Abendschule. Warum besucht Fabiola nochmals die Abendschule, obwohl sie die Schule schon besucht ha?! Damals bei den Hörenden hat sie nichts mitbekommen, sie hat einfach alles abgeschrieben! Darum der «Nachunterricht» in der Abendschule und das wieder bei den Hörenden. Diesmal fehlt kein Dolmetscher für sie und zwei junge Männer. In dieser Schule muss es schon anstrengend sein, da die Beleuchtung einfach schlecht ist, nicht genug hell.

Ausserdem können die Gehörlosen sowie die Söhne von Andreas auch den Computerkurs bei den Hörenden besuchen. Na ja, in Riberalta boomen die Internetcafes. Natürlich startet der Computer nicht so schnell auf wie bei uns. Da sollten wir lernen, mit Geduld zu warten...

Zurück zum Fest. Bei Akt 7 hat der Vater einer 4jährigen, gehörlosen Tochter (Buchhalter der «Arca») ein Zeugnis abgegeben. Er wollte die anderen Eltern ermuntern, ihre gehörlosen Kinder auch in die «Arca» zu senden. Sie seien fähig zum Lernen. Man müsse sich gar nicht schämen, wenn die Kinder gehörlos sind.

Dann folgte die Schweiz. Präsentation durch Markus und Gregor, den beiden VS-Mitglieder der CGG CH. CGG dankt den Lehrern für ihren Einsatz. Ohne sie hätten die Gehörlosen keine guten Chancen für ihr Leben. Unter anderem haben sie das Geschenk der «Arca» überreicht: Schulmaterial.

Die Schulbehörde kam auch noch zu Wort und lobte Andreas für seinen Aufwand in der «Arca» sowie alle Mitarbeiter. Auch vergass sie nicht, der Schweiz zu danken, denn ohne Geldquelle könnte «Arca» nicht gut bestehen.

Die Präsidentin der Elternvereinigung war anwesend trotz ihrer Erkältung. Doch wollte sie das Fest nicht verpassen. Aus Dankbarkeit erzählte sie von ihrer Erfahrung als Mutter eines gehörlosen Sohnes (er besucht die integrierte Klasse), wie er sich so gut entwickelt hat in seiner Persönlichkeit.

Auch Cäsar Achimo, der Mann von Elisabeth Maag, die in früheren Jahren die Gehörlosen- gruppe betreut hat, fehlte nicht. Er vertrat die Kirche Maranatha. «Arca» ist integriert im Dachverband von Maranatha. Er wünscht «Arca» weiterhin alles Gute, viel Erfolg sowie eine gute Zusammenarbeit mit der Kirche Maranatha.

Zum Schluss des Festes dankte Andreas allen für ihr Kommen, sowie für die Zusammenarbeit, Bereitschaft der Lehrer und die Spenden aus der Schweiz und der Christoffelblindenmission. Ohne Spenden könnte «Arca» nicht bestehen. Auch mit der Bereitschaft und Geduld der Lehrer dürfen die gehörlosen Schüler das Lesen und Schreiben lernen. Somit können sie dann auch Gottes Wort kennen lernen.

Da hörte man knurrende Mägen. Denn da stand schon die grosse Torte bereit...

 

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