Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Projektinformationen: Neues vom Projekt Riberalta

Andreas Kolb ist mit seiner Familie zum ersten Mal seit 1994 wieder einmal in der Schweiz. Und wie läuft in Riberalta während seiner Heimaturlaub?

Pünktlich am 26. August 2000 ist Andreas Kolb mit seiner Familie (‹Josuandreasaranoé›) in Kloten gelandet. Er hatte wirklich Ferien nötig!

In Riberalta ist inzwischen alles gut gelaufen. Mirjam Weber hat Andreas sehr gut vertreten und die Stelle als ‹Direktorin› des Zentrums ‹Arca› in Riberalta zu unserer vollen Zufriedenheit ausgefüllt. Mirjam hatte keine Probleme mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Die BolivianerInnen haben Mirjam schnell akzeptiert. Mirjam schrieb schon bald einen Fax in die Schweiz: es gefällt ihr sehr gut. Sie hat mit der Lehrerin Fanny zusammen gewohnt. Beide hatten eine sehr gute Beziehung. Mitte November ist das Schuljahr 2000 zu Ende gegangen. Mirjam und das übrige Personal haben das Schuljahr in bester Ordnung abgeschlossen. Nun wird Mirjam Ferien in Argentinien machen und im Januar noch einmal nach Riberalta zurückkehren. So kann sie Andreas zeigen, was sie alles gemacht hat. Für Andreas ist es dann einfacher, wieder als Direktor zu arbeiten. Es ist ein Segen Gottes, wenn man so eine gute Stellvertretung hat!

Andreas reist am Montag, 8. Januar 2001, um 19.10 Uhr vom Terminal B des Flughafens Kloten nach Bolivien ab, mit dem Flug Nr. LH 3727. Er wird zuerst einige Tage in Cochabamba verbringen und etwa Mitte Januar nach Riberalta weiterfliegen. Wer will, kann Andreas am Flughafen verabschieden.

Ein neuer Mitarbeiter

Ein Schweizer wird im Jahr 2001 vollzeitlich aushelfen auf dem Zentrum ‹Arca›: Stefan Krähenbühl.

Stefan Krähenbühl

Stefan Krähenbühl

Stefan ist am Gehörlosengottesdienst in Steffisburg am 3. Oktober gesegnet und ausgesendet worden. Über 50 Leute waren anwesend, ein Rekord für die Gruppe Steffisburg. Viele waren Hörende, Freunde und Verwandte von Stefan. Andreas Kolb hat eine eindrückliche Missionspredigt gehalten und gezeigt: es braucht eine Zusammenarbeit von allen, den Leuten in der Schweiz und in Bolivien. Die Schweizer können beten und finanziell helfen. Und die Leute in Bolivien arbeiten direkt am Projekt. Ohne Gebet und ohne Geld läuft nichts. Es braucht beides. Es braucht Verbundenheit und Zusammenarbeit in der Schweiz und in Bolivien.

Andreas Kolb und Stefan Krähenbühl singen ein bolivianisches Gebärdenlied

Andreas Kolb und Stefan Krähenbühl singen ein bolivianisches Gebärdenlied

Stefan ist Ende Oktober 2000 abgereist. Einige von uns haben ihn am Flughafen verabschiedet, darunter die Familie Kolb. Stefan ist sehr gut in Bolivien angekommen. Er ist im Moment noch in Cochabamba. Dort besucht er einen Intensiv-Kurs in Spanisch für zwei Monate. Dann folgt ein Intensiv-Kurs in Gebärdensprache. Erst nachher wird Stefan nach Riberalta abreisen, wahrscheinlich gleichzeitig mit Andreas und Familie. Stefan wird Andreas viel entlasten. Er kann übersetzen, schriftliche Arbeiten machen und viele weitere Aufgaben übernehmen. Wir freuen uns sehr, dass Stefan nach Bolivien ausgereist ist. Bald werden wir mehr hören.

Stefan Krähenbühl mit seiner Mutter und Familie Kolb bei seiner Aussendungsfeier

Stefan Krähenbühl mit seiner Mutter und Familie Kolb bei seiner Aussendungsfeier

Wie geht es weiter in Riberalta?

Im Januar 2001 beginnen die Anmeldungen für das Schuljahr 2001 (Mitte Februar – Mitte November 2001). Wir sind gespannt, wie viele Kinder sich anmelden werden. Sind es die gleichen 16 wie 2000, oder kommen neue dazu? Und wie viele Erwachsene machen wieder mit, die ‹alten› 14 oder neue? Halten alle durch, oder geben sie auf, wie es oft vorkommt? Alles Fragen, die wir jetzt noch nicht beantworten können. Wir hoffen natürlich, dass wieder viele Gehörlose in die Schule kommen – vor allem Kinder, denn Kinder haben noch das ganze Leben vor sich, sind noch nicht von der Gesellschaft 'verdorben' und können noch viel von der Schule profitieren.

Je nach Anzahl SchülerIinnen müssen wir auch entscheiden, welche LehrerInnen wieviele Stunden/Klassen übernehmen. Auch da wissen wir noch nicht, wie es im Jahr 2001 aussieht. Die Hilfslehrerin Dilma wird nicht mehr für uns arbeiten. Ihr Lebenswandel (wilde Ehe) passt nicht zu unseren christlichen Massstäben. Dilma hat es selber gemerkt und von sich aus gekündigt. Wir bedauern das. Wir haben vielmals probiert, mit Dilma zu sprechen und ihr zu helfen. Aber es hat nichts genützt.

Lehrerin Delmira zügelt vielleicht nach Santa Cruz. Das ist noch offen. Wir müssen abwarten. Lehrer Antonio hat bei der hörenden Schule Maranatha gekündigt. Er möchte nur noch bei den Gehörlosen arbeiten, und zwar den ganzen Tag. Und in der Gemeinde Maranatha hat sich eine Lehrerin interessiert, ab 2001 für uns zu arbeiten. Sie kann schon recht gut Gebärden.

Viele gehörlose Kinder leben weit weg von der Gehörlosenschule Riberalta. Aber wir haben im Moment kein Geld und kein Personal für ein Internat. Da müssten wir neue Häuser bauen, Schlafzimmer, Küche, Toilette, Aufenthaltsräume. Das braucht mehr Land, als wir jetzt haben. Und es braucht viel mehr Personal: Erzieherinnen, Koch/Köchin, Putzpersonal, LehrerInnen usw. So viel können wir nicht verkraften. Aber wir möchten Pflegefamilien finden. Eine Pflegefamilie könnte ein gehörloses Kind von weit her aufnehmen.

Und wir brauchen mehr DolmetscherInnen. Lehrerin Fanny hat schon einen neuen Gebärdenkurs auf höherer Stufe vorbereitet. Zwei, drei der gehörlosen Kinder sind sehr klug und könnten wahrscheinlich mit Hilfe von Dolmetschern in die hörende Schule Maranatha wechseln.

Und wir möchten eine Schreinerei für die jungen erwachsenen Gehörlosen aufbauen.

Viele Ideen, Projekte und Wünsche. Andreas, Stefan und die BolivianerInnen werden im Jahr 2001 sicher nicht arbeitslos. Ganz im Gegenteil! Es ist wichtig, dass die CGG im Gebet hinter diesen Anliegen steht.

 

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