Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Projektinformationen: Erster Rundbrief von Mirjam Weber

Zum ersten Mal seit sechs Jahren kam Andreas Kolb am 26. August 2000 wieder einmal in die Schweiz. Mirjam Weber hat Andreas Kolb gut vertreten und die Stelle als 'Direktorin' des Zentrums 'Arca' in Riberalta zu unserer vollen Zufriendenheit ausgefüllt.

Siehe auch Mirjam Weber, Stellvertreterin von Andreas Kolb

Rundbrief

« Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber der Herr allein lenkt seinen Schritt » Sprüche 16,9

8. Oktober 2000

Liebe Freunde

Heute sind es genau zwei Monate, dass ich die Schweiz verlassen habe. Ich fühle mich hier in Riberalta schon richtig zu Hause. Alles hat schon seinen Rhythmus und ist ganz normal geworden.

Am Morgen unterrichte ich immer meine fünf Mädchen. Sie sind zwischen 6 und 13 Jahren alt und teilweise stark lernbehindert. So brauche ich jeden Morgen viel Geduld Herz erdenkt sich seinen Weg, ab, um ihnen etwas beizubringen, doch mit Gottes Hilfe geht es.

Die spanische Gebärdensprache habe ich schnell gelernt, weil ich ja im ständigen Kontakt mit Gehörlosen bin. So geht es richtig gut beim Unterrichten und auch mit den erwachsenen Gehörlosen habe ich viele Gespräche.

Am Nachmittag bin ich meistens im Büro und erledige die Buchhaltung. Nach einer kurzen Einführung durch Andreas liegt nun alles an mir. Doch bis jetzt geht alles gut.

Ich wohne im Hause von Familie Kolb, mit Fanny zusammen. Sie ist eine gehörlose Lehrerin (32 Jahre), die seit einem Jahr im ‹Centro de Sordos› (Gehörlosenzentrum) hier arbeitet.

Ich lerne im täglichen Zusammenleben mit ihr immer wieder neue Gebärden. Sie hilft mir auch, wenn ich etwas nicht weiss in der Schule oder allgemein im Alltag hier. Zum Beispiel weiss sie, wo man das frischeste Fleisch kaufen kann und wo die günstigsten Früchte. So wachse ich immer mehr in diese so andere Kultur hinein, und ich muss sagen, es gefällt mir sehr gut hier.

Auch an das total heisse und feuchte Klima habe ich mich halbwegs gewöhnt. Man schwitzt einfach von morgens um sechs Uhr bis man ins Bett geht am Abend.

Wenn es alle zwei bis drei Wochen einmal regnet, ist das herrlich erfrischend, doch richtig abkühlen tut es trotzdem nicht. Ende Oktober begann die Regenzeit. Da regnet es jeden Tag etwa dreimal. Die Strassen werden dann zu richtigen Dreck- und Schlammfeldern.

Von der Gemeinde haben nur etwas drei Personen ein Auto. So hole ich immer die älteren Leute ab und bringe sie nach dem Gottesdienst wieder nach Hause. Jetzt geht das ganz gut, weil alles trocken und staubig ist. Doch wenn die Regenzeit kommt... Ich werde Euch dann berichten, was es auf sich hat mit dem Regen!

Mirjam Weber

Mirjam Weber

In der Gemeinde helfe ich aktiv in der Jugendgruppe mit. Wir sind gerade daran, neue Lieder einzuüben. Viele Lieder, die im Liederbuch sind, kennen die Jugendlichen nicht. So treffen wir uns immer am Dienstag Abend zum Beten und anschliessend Üben. Ich verstehe mich sehr gut mit den Jugendlichen, und es bereitet mir grosse Freunde, mit ihnen zu arbeiten. Die meisten kommen aus nicht gläubigen Familien und sind noch nicht lange bekehrt. So ist für sie im geistlichen Leben vieles neu, und sie sind am Lernen. Doch ich staune, wie ihr Herz für Christus brennt und sie alles einsetzen für Ihn. Sie kommen in die Gebets- und Bibelstunden, auch wenn sie hin und zurück je eine halbe Stunde zu Fuss gehen müssen!

Bitte betet besonders für die erwachsenen Gehörlosen. Ihr Leben ist oft nicht einfach. Sie werden benutzt wie eine Ware und können sich nicht wehren. Es ist auch schwierig, ihnen von der Bibel zu lehren, weil sie oft nicht sehr intelligent sind und teilweise auch nicht lesen und schreiben können. Doch Gott liebt auch sie, und sie brauchen Seine Hilfe.

Wie es bei mir weitergehen wird, weiss ich noch nicht. Der Vers am Anfang des Briefes wurde mir sehr wichtig. Ich habe meine Ideen, was kommen könnte, aber nur der Herr allein weiss meinen Weg. So will ich einfach weiterbeten und Ihm vertrauen, dass Er mich leitet und mir den Weg klar zeigen wird.

Nun wünsche ich Euch allen eine gute Zeit und Gottes Segen. Viele Dank für Eure Gebete. Ich spüre es, dass ich nicht alleine hier bin. Mein bester Freund Jesus ist an meiner Seite und begleitet mich überallhin. Deshalb geht es mir so gut und bin glücklich hier.

Ganz liebe Grüsse aus dem heissen Bolivien sendet Euch

Mirjam Weber

 

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