Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

CGG Schweiz

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Langjährige Mitglieder melden sich zu Wort

Anlässlich des Jubiläums melden sich langjährige Mitglieder zu Wort

Richard

Wir freuen uns, dass die CGG CH nun ihr 20-jähriges Jubiläum feiern darf. Nun möchte ich erzählen, wie die CGG CH entstanden ist.

Während meinem 3-jährigen Aufenthalt in Südafrika kam ich im Jahre 1981 zum Glauben. Danach besuchte ich auch regelmässig Gottesdienste und Bibelstunden bei den Gehörlosen. Was mich bei diesen Besuchen beeindruckte: ich durfte intensiv von der Bibel hören, sie kennen und verstehen lernen. Auch das Singen bereitet mir bis heute viel Freude, denn Singen tut unserer Seele gut. Je mehr ich die Bibel kenne, desto mehr sehe ich darin den Sinn des Lebens!

Als ich in die Schweiz zurückkehrte, fand ich noch keine Gemeinschaft, welche dem gleichen Sinn der südafrikanischen Gemeinschaft entsprach. So fand ich in Rottweil (Deutschland) eine Gemeinschaft dank Familie Hermann aus Schaffhausen. Wir fuhren regelmässig nach Rottweil. Doch unser Wunsch war, dass auch in der Schweiz eine solche Gemeinschaft aufgebaut würde.

Schliesslich traf ich Daniel H. und wir fanden später heraus, dass in der Schweiz vereinzelt gläubige Gehörlose lebten, die ohne Gemeinschaft waren. Mit diesen gefundenen gehörlosen Christen haben wir nach mehreren Vorbereitungstreffen im Jahre 1991 die Christliche Gehörlosen Gemeinschaft der Schweiz ins Leben gerufen. Aus dieser Gründungsversammlung sind leider nur noch drei bis vier Personen geblieben. Das Ziel der CGG CH ist, die frohe Botschaft weiter zu erzählen. Auch die Gehörlosen sollen erfahren, dass Jesus Christus für uns und unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Wer an Jesus Christus glaubt und mit Ihm lebt, empfängt ewiges Leben (siehe Joh 3,16).

Somit ist das Ziel der CGG CH, die anderen Gehörlosen für das Reich Gottes zu erreichen. Jesaja 29.18: «Dann werden selbst Taube hören, was aus dem Buch (=Bibel) vorgelesen wird, und …». Nun besteht die CGG CH schon seit 20 Jahren und die CGG CH soll weiter gesegnet werden mit Wachstum.

Ein Leben ohne Glauben hat keinen Sinn. Mit Glauben ist ein Leben sinnvoll, denn mit dem Glauben an Jesus Christus dürfen wir ewig leben.

Richard

Catherine

Die Gemeinschaft ist ein wichtiger Ort, wo sich Menschen treffen. Sie haben die gleiche Ausrichtung. Durch die Gemeinschaft sollen sie gestärkt, getröstet, ermutigt und wenn nötig korrigiert werden. Jeder darf spüren, dass er nicht allein in der Welt steht. Die Gemeinschaft ist eine Art vergrösserte Familie. Es sind Glaubensbrüder und -schwestern. Diese Geschwister können wir uns nicht auswählen. Sie sind da. Deshalb ist die Gemeinschaft auch ein Ort, wo wir lernen, andere zu akzeptieren, zu lieben und zu vergeben. Jesus Christus ist das Zentrum. Er hält uns zusammen.

Es ist biblisch, wenn man sich immer wieder trifft. Eine Schafherde, die zusammen bleibt, lebt sicherer, als wenn ein Schäflein irgendwo ganz allein ist.

Die CGG ist EIN wichtiger Ort, wo hörbehinderte Christen und hörbehinderte Menschen, welche den Glauben an Jesus haben und sich untereinander treffen.

Die CGG sollte jedoch nicht der einzige Ort sein. Eine Gemeinde mit regelmässigen Gottesdienstbesuchen ist ebenfalls sehr wichtig. Solange es hörbehinderte Menschen gibt, so lange hat die CGG einen Auftrag. Ich wünsche mir, dass die CGG Familie ist. Das heisst, jedes Mitglied nimmt den grossen Auftrag ernst und macht aktiv mit. Das bedeute mitarbeiten und mitbeten.

Die Arbeit soll nicht auf einigen wenigen lasten, sondern alle sollen mithelfen. Jeder mit der Fähigkeit, die er hat. Jesus hat uns aber zu Diener und Jünger berufen.

Allen die mitarbeiten und mitgearbeitet haben danke ich herzlich.

Catherine

Andreas

Vor der Gründung der CGG Schweiz war ich bei der Gehörlosengemeinde FEG Steffisburg und zwar als Leiter. Von dort hatte ich angefangen, die verschiedenen gehörlosen Glaubensgeschwister kennen zu lernen, nämlich aus dem GfU Bern (heute Bewegung plus Bern), der CGG Stuttgart/Deutschland, der Pfingstgemeinde Zürich und der Arche Winterthur. Mit diesen Kontakten entstand eine gute Freundschaft. Daniel H. hatte die Idee, die CGG Schweiz zu gründen, damit wir regionale und nationale Programme und Weiterbildungen zusammen organisieren könnnen. Ich muss sagen, das war ein gesegneter Verein, den wir mit dem Heiligen Geist zusammen gestärkt hatten.

Im Jahr 1994 hat der Vorstand der CGG Schweiz mich unterstützt und mich als gehörlosen Missionar nach Bolivien ausgesendet. Die CGG ist bis heute Träger der Gehörlosenschule in Riberalta, Bolivien. Die Gehörlosenschule in ganz Bolivien sehr bekannt oder wird bewundert wegen der guten Schulmethode, nämlich dem zweisprachigen Schulunterricht. Erstaunlich ist die Schülerzahl: sie liegt in den letzten Jahren immer zwischen 50 und 60.

Dreimal war ich mit meiner Familie im Heimaturlaub in der Schweiz. Ich bin sehr dankbar, dass die CGG Schweiz gut für uns gesorgt und uns begleitet hat. Natürlich bin ich immer Gott dankbar, dass ER die treuen und offenen Spender gesegnet hat, welche das Projekt Bolivien bis heute unterstützen. So läuft das Projekt auch gut. Preis den Herrn!

Während ich mehrere Jahre in Bolivien arbeitete, entstand eine neue ‹jugendliche› Generation in der CGG Schweiz, das war für mich eine grosse Freude. Ich möchte der Organisation des EDCY herzlich gratulieren, dass sie das europäische Jugendlager in diesem Sommer so super organisiert hat. Halleluja!

Für die Zukunft der CGG Schweiz sollen die Mitglieder die Verantwortung weiter tragen, denn es steht im Bibel geschrieben (Mt 28,19-20). Auch die Mission in Bolivien sollen sie weiter unterstützen. Aber auch andere gehörlose Missionare, wenn es solche gibt. Ich wünsche mir, dass die CGG Schweiz weiterhin die regionalen, nationalen und internationalen Programme und Weiterbildungen organisiert und eifrig teilnimmt, denn die CGG Schweiz ist ein sozialer Verein, wo man sich geborgen fühlt.

Ich und meine Familie gratulieren dem Vorstand und den Mitgliedern der CGG Schweiz mit Gottes Hilfe zum 20-jährigen Jubiläum. Wir wünschen euch ein gesegnetes Jubiläumsfest und dass Gott euch weiterhin stärkt im Glauben, 1Kor 15,58.

Andreas und Familie

Josef

Die Heimat des Gehörlosen ist sein Verein. Dies wird in der weltlichen Sprache gern betont. Im Verein sind die Gehörlosen geschützt, werden verstanden und bekommen Hilfe. Daran anknüpfend kann man umdeuten: Die Heimat der gläubigen, vom Geist Gottes wiedergeborenen gehörlosen Christen in der Schweiz ist die CGG Schweiz. Dort werden die gehörlosen Christen verstanden und akzeptiert. Sie bekommen Hilfe, gehörlosengerechte Gottesdienste, Bibelstunden und mehr.

Wir sind Gott dankbar, dass es die CGG Schweiz gibt und dass sie nun 20 Jahre besteht. 20 Jahre sind eine lange Zeit. Es gab Höhen und Tiefen, Freude und Trauer, ein Kommen und Gehen, viele schöne und gesegnete Freizeiten, gehörlosengerechte Gottesdienste und auch die supergute Zeitschrift ‹Gemeinschaft›. Zwei Lokalgemeinden bestehen bis heute.

Dieses Jahr konnte die CGG Schweiz das europäische EDCY Jugendlager durchführen. Gott hat gesegnet, geholfen und Wunder gewirkt. Dadurch ist die Arbeit der CGG Schweiz international mehr und mehr bekannt geworden.

Andreas konnte als Missionar nach Bolivien ausgesendet werden. Er konnte und kann mit Unterstützung der CGG Schweiz (und mit Hörenden) unter den Gehörlosen in Bolivien mit großem Segen wirken.

Auch die Taubblinden sind in die CGG Schweiz integriert. Viele gehörlose Christen können einen Gottesdienst in hörenden Gemeinden besuchen und dies dank guter Gebärdensprach-Dolmetscher.

Gott hat in Joachim der CGG Schweiz einen hörenden Glaubensbruder und Pastor als Mitarbeiter und Berater zur Seite gestellt. Da Joachim gehörlose Eltern hat, versteht er die Gehörlosen und Taubblinden sehr gut. Joachim wurde für diese schöne, grosse und wichtige Aufgabe von Gott gründlich vorbereitet und zu dem Platz geführt. Dies ist ein grosses Geschenk Gottes an die CGG Schweiz.

Gregor und Markus besuchen eine Bibelschule. Sie wollen sich künftig mehr in der CGG Schweiz einbringen.

Gott hat der CGG Schweiz ein starkes Führungsteam gegeben. Es benötigt aber tägliche Fürbitte. In der täglichen Fürbitte kann jedes Mitglied, auch jeder Freund, ein Mitarbeiter im Reich Gottes sein. So wollen wir zusammenstehen und mit reinem Herzen und Gedanken an einem Strang ziehen. Wir sind ja ein Teil vom Leib Christi. Jeder Leib hat viele Glieder und Organe. Wenn alle Glieder und Organe gut zusammenarbeiten ist der Leib gesund. Es ist schön, zu sehen, dass auch Gehörlose zum Leib Christi gehören. So hat es Gott ausgedacht. Im Leib Christi gibt es kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Wenn wir immer daran denken, wird Gott die CGG Schweiz weiterhin segnen und Wachstum und Bestehen schenken.

Wir alle wünschen der CGG Schweiz, dass sie weiterhin besteht. Diese Entwicklung konnte man vor 20 Jahren nicht voraussehen. Wenn ich das Foto von den Gründungspersonen der CGG Schweiz anschaue, kann ich sagen: Gott hat wirklich Grosses getan. Gott hat alle zum Segen gebraucht. Manche davon sind «ausgewandert» nach: Schweden, Bolivien, Israel. Sie wirken am neuen Platz weiter zur Ehre Gottes.

Zum Schluss soll gesagt werden: Alle Ehre gebührt Gott. Jesus sagte: Ohne mich könnt ihr nichts tun.

Josef

Aus der Gemeinschaft Januar 2012