Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

CGG Schweiz

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EDCY 2011 in Broc FR

Die CGG-Jugendgruppe organisierte das European Deaf Christian Youth Camp 2011 in Broc im Kanton Freiburg in der Schweiz. Hier Berichte, Interviews, Stichwörter vom grossen Lager

Der Leitvers für die EDCY-Woche war aus Jeremia 29,11:

Denn ich allein weiss, was ich mit euch vorhabe: Ich, der Herr, werde euch Frieden schenken und euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung.

Ohne Gott hätte das EDCY-Lager nicht realisiert werden können. Gott war sehr barmherzig, uns trotz unseren Fragen und Fehlern ein schönes und gesegnetes Lager zu schenken. Er hat uns während der ganzen Zeit bewahrt, geführt und Vorfreude fürs EDCY-Lager geschenkt.

Im Jahr 2009 haben wir mit den ersten Vorbereitungen angefangen. Damals haben wir ein Haus für die EDCY gesucht und dann eines in Broc reserviert. Bis das EDCY-Camp starten konnte, musste viel vorbereitet werden.

Während den Vorbereitungen für das Camp durften wir mehrere Wunder erleben. Wir haben nach langem Suchen sechs Wochen vor dem Lager doch noch eine Küchenchefin bekommen. Es haben sich Personen gemeldet, die bereit waren, eine Woche freiwillig zu helfen.

Manchmal waren wir müde und überfordert. Gott schenkte uns immer wieder neue Kraft. Im Psalm 121,4 heisst es:

Siehe, der Hüter Israels (=Gott) schläft und schlummert nicht.

Gott hat uns schon bei den Vorbereitungen sehr viel geholfen. Es hat sich gelohnt, treu zu bleiben, nicht aufzugeben und sich gut vorzubereiten. Dann, am 30. Juli 2011, konnte das Lager beginnen!

Andrea, Gregor, Markus und ich hatten die Arbeit unter uns aufgeteilt. Andrea war für die Gottesdienste, die Workshopgruppen und die Abende mit geistlichen Inhalten zuständig. Markus hatte alle Freizeitprogramme organisiert: einen Spielnachmittag, zwei Sportnachmittage, einen grossen Tagesausflug und zwei Besichtigungen. Gregor war für die EDCY-Homepage zuständig und hat für die Hin- und Rückreise der Teilnehmer, die Transporte und für das Material gesorgt.

Die Küchenchefin war Verena. In der Küche mitgearbeitet haben Debora, Claudia, Cornelia, Silvia, Daniel und Richard. Cornelia, Silvia, Daniel und Richard sind in der CGG bekannt. Die drei hörenden Frauen, Vreni, Debora und Claudia, haben das erste Mal mit den Gehörlosen und Schwerhörigen gearbeitet. Daniel hat auch die Finanzen gemacht, und Richard hat beim Freizeitprogramm tatkräftig unterstützt.

Was haben wir erlebt? Für jeden Tag ein Bericht:

Samstag, 30. Juli 2011

Endlich war der Tag da, an dem das EDCY-Lager beginnen konnte! Markus und ich hatten nicht nur unser Gepäck, sondern auch viel Material. Wir haben Jörg Matter gefragt, ob er uns abholen und nach Broc bringen würde. Wir stapelten die Schachteln, Kisten, Koffer und anderen Sachen vor dem Auto von Jörg auf. Sein Auto war nicht sehr gross. Wir machten uns schon Sorgen, ob alles ins Auto von Jörg hineinpassen würde. Wir luden das Auto ein. Das Auto war sehr voll. Wunderbarerweise hatte trotzdem alles Material plus wir drei Personen Platz im Auto. Schon zwischen 11.00 und 13.00 Uhr sind die ersten angemeldeten Personen eingetroffen. Es waren alle Angemeldeten von Osteuropa: Estland, Russland Ukraine und Ungarn. Spät am Abend trafen die letzten Teilnehmer ein. Eine Person ist erst am anderen Tag gekommen. Nur eine Person konnte kurzfristig leider nicht kommen. Wir waren sehr froh und dankbar darüber, dass die Teilnehmer den Weg nach Broc gefunden hatten. Das Camp konnte starten.

Sonntag, 31. Juli 2011

Sharmila und Andrea haben die zwei Schweizer Lieder gesungen «Gott ist gut!» und «Gottes Liebe ist gross wie das Meer». Eine Frau von Russland betete für die Predigt. Anschliessend predigte Aivo Erm von Estland zum Thema «Wer ist Jesus?»

Nach der Predigt haben sich die Teilnehmer in den Workshop-Gruppen getroffen. In den Gruppen haben sie ausgetauscht: Was habe ich von der Predigt verstanden? Habe ich noch Fragen zur Predigt? Wie kann ich das Wichtigste von der Predigt für mein Leben mitnehmen?

Für am Nachmittag gab es zwei Programme zur Wahl: Teilnahme am Spielnachmittag oder Schwimmen im Schwimmbad. Eine Gruppe von Teilnehmern ist Schwimmen gegangen. Die andere Gruppe hat am Spielnachmittag teilgenommen. Markus hat den Spielnachmittag mit Serge vorbereitet. Mitgeholfen haben Richard, Bruno und Gerhard.

Bericht von Serge (in Deutschschweizer Gebärdensprache, DSGS) vom Spielnachmittag:

Heute war ein schöner Sonntag. Am Nachmittag war Spielnachmittag. Ich habe sechs verschiedene Spiele organisiert. Die Teilnehmer hatten Freude. Es war lustig und wir haben viel gelacht.
Die sechs Spiele waren nicht einfach. Einige Spiele: Bei einem Spiel musste man eine Stange zwischen die Knie klemmen und eine Runde laufen. Wenn die Stange zu Boden fiel, musste die Runde nochmals neu gestartet werden. Viele mussten die Runde nochmals neu beginnen, weil die Stange zu Boden gefallen ist. Es hat komisch ausgesehen, wie die Personen mit der Stange zwischen den Knien gelaufen sind. Darum mussten wir viel lachen.

Bei einem anderen Spiel musste man mit einem Fussball bestimmte Stellen beim Tor treffen. Dieses Spiel war einfacher. Ein Spiel war «Sackhüpfen». Mit einem Sack musste man so schnell wie möglich im Slalom hüpfen. Wieder bei einem anderen Spiel war das Ziel, mit drei Ballonen möglichst lange zu jonglieren, ohne einen Ballon fallen zu lassen.
Ich danke allen vielmal, die mitgemacht und mitgeholfen haben. Ich danke Gott, dass er uns schönes und sonniges Wetter geschenkt hat. Nach dem Spielnachmittag haben ich und die Helfer zusammen mit den Lagerteilnehmern zu Abend gegessen.

Am Abend gab es zu zwei Themen je einen Workshop. Die Teilnehmer konnten wählen, an welchem Workshop sie teilnehmen wollten. Ich war am Workshop von Cindy-Marie Veerasamy zum Thema «Soziales Netzwerk und Gott». Cindy-Marie selbst ist von England. Sie forderte uns auf, ihr Stichwörter zu nennen, was ‹Soziales Netzwerk› ist. Es wurden diese Stichwörter gesammelt: Facebook, Twitter, Chatten, iPhone, iPad, usw. Dann haben wir in Gruppen die Fragen besprochen: Ist die Technik falsch? Wie können wir Gott trotzdem in diese Technik mit einbeziehen? Wie können wir noch an Gott denken und mit ihm wachsen? Ich war in der Gruppe drei. In der Gruppe haben wir folgendes besprochen: Es stimmt, die moderne Technik kann eine Gefahr sein, Gott, das Beten und die Bibel zu vergessen. Die moderne Technik kann auch Stress machen, viel Zeit wegnehmen, in Abhängigkeit und zu schlechten Gewohnheiten führen. Ein Beispiel einer schlechten Gewohnheit: Wir können sofort konsumieren und müssen nicht mehr warten, nicht mehr Geduld üben.

Danach haben wir in der Gruppe die Frage besprochen, wie wir dennoch mit Gott verbunden bleiben können. Die Technik könnte als Medium benutzt werden, Gottes Wort zu verbreiten oder selber mit Gottes Wort ermutigt zu werden (z. B. Bibelverse per SMS bekommen). Nach den Gruppengesprächen waren wir wieder alle zusammen. Wir haben einander kurz erzählt, worüber wir in den Gruppen gesprochen haben. Cindy-Marie ermutigte uns, einen guten Umgang mit der Technik zu suchen. Gott kann uns dabei helfen.

Montag, 1. August 2011

Bericht von Tamara:

Barbara Kloss aus Österreich predigte über das Thema «Ist die Liebe wichtig?» Es war eine sehr interessante und berührende Predigt. Als die Predigt fertig war, teilten sich die EDCY-Teilnehmer in Workshop-Gruppen auf und tauschten in der Gruppe über das Thema Liebe untereinander aus.

Um 13.30 Uhr gab es Mittagessen. Um halb drei Uhr gingen wir alle etwa eine Stunde zu Fuss nach Gruyeres. Viele plauderten unterwegs und liefen gemütlich.

Kurz vor dem Ziel half ich mit meinem ganzen Herzen einer jungen Frau aus Irland, die Aisling Curtayne heisst, da sie Schwindel hatte. Sie wurde mit dem Klima hier in der Schweiz konfrontiert, denn in ihrer Heimat ist es kalt. Ebenfalls trank sie zu wenig Wasser. Ich gab Ihr meine 5dl-Petflasche mit Wasser zum Trinken. Auch eine junge Frau aus der Romandie, Salomé Gerber, half mit. Wir sassen am Waldweg auf einer Bank und ruhten uns eine halbe Stunde aus. Wir waren nur noch fünf Minuten vom Ziel entfernt. Schliesslich machten wir uns auf den Weg und liefen langsam hinauf zum Ziel. Zwischendurch machten wir für Aisling wieder einen kurzen Halt. Jay Thomas-Morton aus England war auch bei uns zur Unterstützung, falls Aisling umfallen würde.

Mirjam und ich gingen mit Aisling dann in ein Restaurant.

Gregor kam dann mit dem Bus Aisling abholen.

Danach ging ich zu den vielen Restaurants und Geschäften und kaufte mir eine Softglace. Ich traf auch die anderen Gehörlosen.

Um fünf Uhr trafen wir uns bei einem Brunnen, wo Markus mit weiteren Infos wartete. Nun teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Die eine geht wieder zu Fuss den gleichen weg hinunter. Die andere fuhr mit Gregor mit dem Bus zurück. Ich ging mit dem Bus, da ich und einige andere Frauen unbedingt noch vor dem Abendessen duschen wollten. Der Duschplan sah nämlich vor, dass nach dem Abendessen nur die Männer duschen gehen durften. Und ab zehn Uhr gab es ein Duschverbot. Dies war so organisiert, weil es im Lagerhaus nur eine öffentliche Dusche mit Platz für insgesamt elf Personen gab.

Zum Abendessen gab es ein Grillfest: Bratwurst, Cervelat und Poulet, Bratkartoffeln, Maissalat, Rüeblisalat, gemischten Salat und Zopf. Wir assen draussen. Man hatte da für den 1. August schön dekoriert mit Schweizer Fahnen und Teelichtern in einer Schweizer Plastikschale.

Nach dem Abendessen gab es Preisverleihungen für die ersten drei Platzierungen vom Sportplausch.

Später machten die meisten der EDCY-Teilnehmer zusammen Spiele mit der Hand. Wir schauten dem 1. August-Feuerwerk zu.

Die meisten aus den Euroländern waren sehr begeistert, weil sie noch nie hier in der Schweiz den 1. August gefeiert hatten.

Viele blieben bis sehr spät in der Nacht auf und plauderten viel, bis jeder erschöpft in die Feder ging. So war das ein sehr schöner 1. August-Tag. Es hat uns allen sehr gut gefallen.

Eine Zusammenfassung von der Predigt von Barbara Kloss:

Alle Menschen sehnen sich und suchen nach Liebe. Denn ohne Liebe können wir nicht leben. Kleinkinder, welche keine Liebe bekommen, können sogar sterben. Ohne Liebe sind wir verloren. Mit Liebe können wir auf unserem Weg besser in die Zukunft weitergehen.

Wie bekomme ich Liebe? Mit Autos? Mit Alkohol und Partys? Mit tollen Kleidern? Mit Geld? Mit Essen? Mit Sex? All das kann uns keine wirkliche Liebe geben.

Gottes Liebe ist sehr gross. Gott hat uns zuerst geliebt, bevor wir Ihn kannten. Gott gibt nicht ein bisschen Liebe. Gottes Liebe ist überfliessend. Auch wenn das Glas schon voll ist, hört Gott nicht auf. Er gibt noch mehr und noch mehr. Seine Liebe hört niemals auf. Jesus selbst ist aus Liebe für uns gestorben.

Ohne Gott können wir nicht selber Liebe empfangen, und wir können auch nicht Liebe an andere Menschen weitergeben. Wir können die Liebe nur in Beziehung zu Gott weitergeben. Mit Liebe können wir anderen Menschen dienen. Aus Liebe können wir auf Dinge verzichten, z. B. auf meine Ziele, meine Wünsche, etc. Aus Liebe können wir anderen Menschen von Jesus erzählen.

Dienstag, 2. August 2011

Am Morgen predigte Jószsef Kéri. Er ist von Ungarn. Während der Predigt erzählte er ein Zeugnis. Hier ist sein Zeugnis:

Jószsef Kéri erzählt:

Als Kind habe ich Jesus sehr geliebt. Mit den Jahren ist es abwärts gegangen. Gott war für mich nicht mehr wichtig. Ich habe mich von ihm entfernt. Dann passierte es: Im Gehirn stimmte etwas nicht. Ich hatte einen Tumor. Es wurde immer schlechter. Ich kehrte zu Gott um und versuchte, mich zu ändern. Der Arzt sagte mir, ich müsse operieren. Meine Mutter sagte: «Nein, keine Operation!» Ich wusste nicht, was Gott wollte. Ich ging ins Spital zum Arzt. Wir sprachen miteinander, und er untersuchte mich. Er bestätigte mir, ich müsse nicht operieren. Ich war sehr überrascht und dankte Gott. Ich musste trotzdem Chemo-Infusionen nehmen und den Kopf bestrahlen lassen. Ich ging zu den Terminen. Die Ärzte haben mir gesagt, es sei möglich, dass der Tumor in zwei Jahren kleiner werden und verschwinden würde. Ich versuchte, mir darüber keine grossen Gedanken zu machen. Ich versuchte, mich auf mein Herz zu konzentrieren und die Beziehung zu Gott zu pflegen. Das ging zwei Jahre lang. Zwei Jahre vorher war meine Beziehung zu Gott nicht gut. Ich wusste nicht viel von ihm. Ich traf einen Gehörlosen. Er kannte Gott. Er erzählte mir in Gebärdensprache von Gott und der Bibel. Ich stellte ihm viele Fragen. Ich spürte in meinem Herzen eine grosse Sehnsucht nach Jesus. Ich wollte mehr wissen und mein Herz mit Jesus füllen. Der Gehörlose erzählte weiter. Ich erinnere mich, ihn gefragt zu haben, ob Jesus mich mit der Krankheit strafen wolle. Er antwortete: «Nein, Er liebt dich sehr! Er hat dir geholfen, dass du nicht operiert werden musstest. Jesus kann dich heilen!»

In der Gehörlosenkirche in Ungarn beteten wir für die Heilung. Im August 2007 war ein Lager der Gehörlosenkirche. Wir tauschten über die Bibel aus und stärkten einander. Im November war in Rumänien ein Bibeltreffen. Es hatte mir so gut getan. Ich habe dort gefragt, ob mir die Hand auf den Kopf gelegt und für mich gebetet wird, dass der Tumor abnimmt und weggeht. Aus dem Jahr 2007 wurde 2008. Am 11. Januar hatte ich Geburtstag. Gott schenkte mir die Gewissheit der Heilung. Das Spital hatte ausgerechnet, der Tumor würde etwa im Mai weg sein. Aber es war schon im Januar weg. Die Ärzte waren sehr erstaunt und konnten es nicht verstehen. Ich weiss, dass Gott und Jesus Heilung geschenkt haben. Ich danke ihnen dafür sehr.

Am Nachmittag war Orientierungslauf oder Schwimmen auf dem Programm. Markus und Serge haben viele Stunden damit verbracht, den Orientierungslauf vorzubereiten.

Markus erzählt vom Sportnachmittag:

Wir waren sehr gespannt, ob der OL-Plausch gut funktionieren würde. Bis am Mittag hat etwa die Hälfte der EDCY-Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich für den OL-Plausch angemeldet. Ich persönlich war über das grosse Interesse überrascht. Andere Personen sind unweit vom Lager Schwimmen gegangen. Kein Wunder bei diesem herrlichen Wetter. Vor dem Start haben wir neun Gruppen mit fünf Personen gebildet. Um drei Uhr ging es mit dem OL-Plausch los. Alle drei Minuten wurde eine Gruppe von Serge entweder in die A-Runde oder in die B-Runde (umgekehrte Reihenfolge von A-Runde) losgeschickt. Wir haben ausgerechnet, dass jede Gruppe etwa eine Stunde Zeit benötigen würde, um alle zwölf Pos-ten zu finden.

Als ich nach einer halben Stunde den Kontrollgang machen wollte, habe ich festgestellt, dass zwei Gruppen bereits elf Posten gefunden haben! Nun habe ich mich sehr beeilen müssen, Richard zu informieren. Denn er war für das Stoppen der Zeiten zuständig. Richard war aber noch nicht bereit. Er hat auch nicht mit baldiger Ankunft der ersten Gruppen gerechnet. Als ich schnell das Schreibzeug vom Team-Büro holen wollte, habe ich auf der Treppe meinen linken Fuss recht heftig verstaucht...

Die zwei schnellsten Gruppen haben sich leider nicht an die Regeln gehalten. Denn sie haben später zugegeben, dass sie nicht immer schön als Gruppe zusammen gelaufen sind. Wir haben über ihr sportliches Verhalten (= kein grosses Theater wegen einem Fehler machen) gestaunt. Andere Gruppen haben tatsächlich über eine Stunde Zeit gebraucht, um alle Posten zu finden. Vor dem Abendessen hat der OL-Leiter Serge Preise an drei Gruppen verteilt.

Mittwoch, 3. August 2011

Bericht von Salomé, Schweiz

Übersetzt aus der Französischen Gebärdensprache

Wir haben um halb acht Uhr das Morgenessen gegessen. Danach haben wir uns Sandwichs gemacht. Wir haben die Brote und Getränke in die Rucksäcke gepackt. Zwei Cars sind zu uns zum Haus gekommen. Wir sind in die Cars eingestiegen und zur Käserei gefahren. Eine hörende Frau hat sich bereit erklärt, uns Gehörlosen einen Vortrag zu halten. Sie hat uns über die Käseherstellung erzählt. Eine Frau hat in internationale Gebärden übersetzt. Wir konnten Fragen stellen. Danach waren wir frei und konnten die Käserei besichtigen und im Laden Souvenirs kaufen. Um ein Uhr haben wir uns wieder bei den Cars vesammelt und sind eine kurze kurvenreiche Strecke gefahren. Wir sind mit der Bergbahn zur Mittelstation von Moléson hinaufgefahren. Die Familie von Spanien ist auch mit der Bergbahn mitgefahren. Auf der Mittelstation haben wir drei Gruppen gebildet. Die erste Gruppe wollte den Berg hochwandern und die zweite Gruppe hinunter. Die dritte Gruppe ist im Restaurant geblieben, hat sich entspannt und geplaudert. Um fünf Uhr haben sich die erste und dritte Gruppe im Restaurant getroffen und sind mit der Bahn heruntergefahren. Die zweite Gruppe war bereits unten. Mit den Cars sind wir zum Gruppenhaus zurückgefahren. Am Abend hatten wir kein Programm. Es war ein freier Abend. Wir alle waren müde. Aber wir hatten Freude über die schöne Schweizer Landschaft.

Donnerstag, 4. August 2011

Am Morgen predigte David Roldan, Vizepräsident von der EDCA. Das Wetter war sehr sonnig und recht heiss. Kurzfristig wechselten wir das Programm für den Nachmittag: Wir gingen nicht heute, sondern am nächsten Tag in die Schokoladenfabrik. Heute Nachmittag standen zur Wahl: Schwimmen im Schwimmbad, Fussball auf dem Fussballfeld oder freies Programm. Am Abend waren wieder die beiden Workshops wie am Dienstagabend. Andrea hat an einem Workshop teilgenommen und berichtet darüber:

Bericht von Andrea über den Workshop «Negative Medien: Müssen wir Angst haben?»

Adam McCormick von Nordirland führte diesen Workshop am 4. August am Abend. Es waren etwa über 20 Personen anwesend.

Adam forderte von uns, dass wir ihn unterrichten sollten und gab uns Gruppenarbeiten. Wir tauschten am Anfang aus, woher die Medien kommen. Die Medien sind Zeitungen, Radio, Internet, etc. Danach besprachen und schrieben wir in der Gruppe auf, was für Einflüsse die Zeitungen oder Radio haben können. Schliesslich schrieben wir auf, was Gott dazu sagt. Ich denke, dass wir keine Angst haben müssen, weil Gott für uns da ist und uns hilft. Adam gab uns am Ende des Workshops diese Bibelverse:

Denn an Ihm freuen wir uns von ganzem Herzen, und wir vertrauen auf Seinen heiligen Namen. Deine Gnade, Herr, sei über uns, wie wir es von Dir erhoffen.

Ps 33, 21-22 (NGÜ)

Mehr als auf alles andere achte auf deine Gedanken, denn sie entscheiden über dein Leben.

Spr 4, 23 (GN)

Freitag, 5. August 2011

Am Vormittag predigte Vitalii Kolesnik aus der Ukraine. Das Wetter war kühler und bewölkt. Viele Teilnehmer wollten in die Schokoladenfabrik. Vom Gruppenhaus aus konnten sie zur Fabrik spazieren (zirka 30 Minuten). Nach der Ausstellung gab es einen Raum, in der verschiedene Schokoladen ausprobiert werden konnten. Einige haben ein bisschen viel Schokolade gegessen. Am Abend grillierten wir draussen und machten danach eine Rückschau von der Woche.

Samstag, 06. August 2011

Das Frühstück war eine Stunde früher, schon um sieben Uhr. Fast alle Teilnehmer waren schon früh wach. Das Frühstück war ruhig, weil es früh war und weil der Abschied näher kam. Nach dem Frühstück mussten die Teilnehmer mit dem Gepäck nach draussen gehen, damit wir das Gruppenhaus putzen und die Abfälle zusammenlegen konnten. Ein paar Teilnehmer reisten früh ab. Andere blieben noch, machten Fotos und gebärdeten miteinander. Für einige war der Abschied traurig und schwierig. Wir waren froh zu wissen, dass Gott mit ihnen in ihren Alltag zurückkehren würde. Nach zehn Uhr sind die letzten Teilnehmer abgereist. Um etwa elf Uhr konnten wir das Gruppenhaus abgeben.

Es war ein seltsames Gefühl, nach der erlebnisreichen Woche in den Alltag zurückzukehren. «Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!» Ps. 121, 7. Gott hat uns von Anfang an bis zum Schluss begleitet. Wir haben keine schlimmen Unfälle oder Zwischenfälle gehabt. Wir sind sehr dankbar für Seine Bewahrung während der ganzen Zeit.

Interviews mit den Teilnehmern

(alle Interviews wurden zusammengefasst und von internationalen Gebärden oder vom Englischen übersetzt)

David Roldan, EDCA-Vizepräsident, Spanien

Ich habe das EDCY-Camp in der Schweiz besuchen können. Ich, meine Frau und die zwei Kinder waren glücklich, bei euch sein zu dürfen. Vielen Dank für die Organisation der EDCY! Es war sehr schön, speziell auch, dass viele Menschen hier gedient haben. Gott segne euch!

Giuseppe Settembre, Italien

Hallo, ich komme aus Italien. Das EDCY-Camp hier ist super. Der Blick auf die Berge, die Kontakte mit den verschiedenen Menschen, die Gebete und die Lobpreisungen. Ich bin glücklich, zu lernen und im Glauben erfrischt zu werden. Unsere Hoffnung ist in Gott, nicht in der Welt, in Vergnügen, in Geld, usw. Das ist nichts! Hoffnung in Gott kann uns andauernde Freude geben. Das ist super! Ich danke euch, konnte ich hierher kommen. Ihr habt das EDCY-Lager toll organisiert! Gott segne die Schweiz und alle, die an der EDCY mitgearbeitet haben. Gott segne euch reich!

Naomi Eggl, Nordirland (einzige hörende Teilnehmerin)

Ich mochte die tägliche Kameradschaft mit den Gehörlosen. Die Aktivitäten waren fantastisch. Alle hatten Spass. Wir konnten auch etwas über die Schweizer Kultur lernen. Das war gut. Ich lernte, dass Gottes Liebe für mich überfliessend, Jesus immer mit mir im Herzen ist und der Heilige Geist uns nie verlassen wird. Es half mir, im Glauben zu wachsen, sicherer zu werden und mehr über meinen Glauben zu sprechen.

Ich wurde gut einbezogen. Ich wurde nicht anders behandelt. Für mich war es sehr gut, 24 Stunden am Tag zusammen mit den Gehörlosen zu sein. Ich lernte viele neue Gebärden von anderen Ländern und konnte meine Gebärden verbessern. Wir waren wie eine grosse Familie.

Felix Wilfred, Holland

Hallo, ich bin aus Holland und habe eine Woche am EDCY-Camp teilgenommen. Personen von verschiedenen Ländern sind gekommen. Wir haben miteinander in internationalen Gebärden ausgetauscht. Es machte nichts, wenn nicht alle die internationalen Gebärden verstanden hatten. Wir haben einander geholfen und im Laufe der Woche wurden die internationalen Gebärden besser verstanden. Die Schweizer haben dieses Lager ganz toll organisiert! Vielen Dank! Auch den vier Personen, welche das EDCY-Camp geleitet haben, möchte ich danken und Gottes Segen wünschen!

Daniel Jung Hwa, Dänemark

An das EDCY-Camp sind verschiedene Personen gekommen. Ich bin dankbar, durfte ich hier sein. Ich habe mich wohl gefühlt. Alles war positiv, auch die Betten und das Essen. Schwieriger war es, die Zeiten zu beachten, wann die Frauen und wann die Männer duschen konnten. Es ist trotzdem gut gegangen. Wir sind mehrmals zu Fuss unterwegs gewesen. Manchmal war es erschöpfend. Aber es war zufriedenstellend. Das Thema Hoffnung und Zukunft war für mich persönlich und für Dänemark gut. Ich danke euch und wünsche euch Gottes Segen!

Valerie Maassen, Deutschland

Hallo, ich komme aus Köln. Ich bin das erste Mal an einem EDCY-Camp. Ich habe die EDCY vorher nicht gekannt. Das Lager war toll und es hat mir sehr gefallen. Der Austausch und die Gemeinschaft mit den Glaubensgeschwistern aus verschiedenen Ländern waren herzlich und bereichernd. In Köln kenne ich keine gläubigen Gehörlose. Von weiter weg schon. Wie es weiter geht, weiss ich nicht. Aber Gott hat auch gute Pläne und eine Zukunft für die Gehörlosen in Deutschland. Ich hoffe, dass das EDCY-Camp in zwei Jahren in England auch gut laufen wird. Ich werde dafür beten. Vielen Dank für alles, und ich wünsche euch Gottes Segen!

Ein paar Stichwörter zum EDCY-Camp

Teamraum

Das Team hatte einen Arbeitsraum für sich, um sich vorzubereiten und Besprechungen durchzuführen. Im Teamraum hatte es speziell viele Laptops: fünf Laptops!

Apotheke

Wir hatten verschiedene Medikamente. Am meisten gingen die Taschentücher und Tabletten für die Erkältung weg. An zweiter Stelle wurde die Salbe für Prellungen und Verstauchungen fleissig gebraucht. Wir sind Gott dankbar, gab es keine ernsthaften Krankheiten sowie Verletzungen!

Ämtliplan

Wie in der CGG-Freizeit in Aeschi gab es auch im EDCY-Camp einen Ämtliplan! Jede Workshop-Gruppe hatte sechs bis acht Teilnehmer. Vor dem Essen mussten sie Tische decken, nach dem Essen das Geschirr abräumen und säubern.

Pünktlichkeit

Wir baten die Teilnehmer mit den unterschiedlichen Zeitvorstellungen ein paar Mal darum, pünktlich zu sein. Sie waren erstaunlich pünktlich. Gegen Ende der Woche waren nicht mehr alle – auch die Schweizer! – so pünktlich.

Sitzen auf dem WC

Eine Regel war, dass alle – auch die Männer – auf dem WC sitzen mussten. Wir wollten so vermeiden, dass die WC’s schnell wieder schmutzig wurden…

Duschplan

Wir hatten nur EINEN Duschraum (zwei Gruppenduschen und drei Duschkabinen). Was machen wir? Es ist nicht einfach, ein anderes Haus mit guter Lage und guten Freizeitmöglichkeiten zu finden. Wir haben dieses Problem mit einem Duschplan gelöst: Zu bestimmten Zeiten konnten die Frauen duschen, und zu anderen Zeiten die Männer. Alle haben mitgemacht und den Plan eingehalten. Herzlichen Dank allen!

Menüs

Geplant waren typisch schweizerische Menüs: Riz Casimir, Äelpler Makkronen, Birchermüesli und Geschwellti. Zwei Mal gab es italienisches Essen: Lasagne, Spaghetti Bolognese oder Spaghetti Napoli.

Wetter

Ein, zwei Wochen vor dem Lager war es in der Schweiz kalt und nass. Während der EDCY-Woche war das Wetter super. Nur am Mittwoch war es bewölkt, und es hatte ein paar Mal leicht geregnet. Wir waren Gott dafür sehr dankbar!

Viele Freizeitmöglichkeiten

Das Gruppenhaus war für ein grosses europäisches Lager besser ausgestattet als viele Gruppenhäuser. Es hatte einen Tischfussball, Billardtisch, Tischtennistische, ein Netz für Volleyball und ein anderes für Basketball.

Praktische Lage des Gruppenhauses

Es war sehr praktisch, vom Gruppenhaus aus direkt nach Greyerz, zur Schokoladenfabrik, zum Fussballplatz oder zum Schwimmbad zu spazieren. Zwar musste man in Fribourg auf den Bus umsteigen, dann in Bulle auf den Zug, um nach Broc zu reisen. Die Verbindung war trotzdem besser als diejenigen der vielen anderen Gruppenhäuser.

Internet-Ecke

Im Lager haben wir zwei Computer für die Teilnehmer zur Verfügung gestellt. Die Computer wurden fleissig gebraucht. Die Seite, die von den jungen Menschen am meisten abgerufen wurde, war Facebook.

Danksagungen

So viele Dinge hätten passieren können, zum Beispiel ein Unfall auf dem Berg. Aber Gott hat uns bewahrt und gut für uns geschaut (Ps 121, 5-7):

Der Herr behütet dich der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.

An erster Stelle danken und preisen wir Gott für seine gute und barmherzige Führung während dem Lager!

Für das Küchenteam war der Start ins Lager nicht leicht. Das Team hatte einen herausfordernden Einstieg ins Lager. Mehrere Personen vom Küchenteam haben sich im Lager das erste Mal gesehen und mussten sich noch kennen lernen. Sie mussten vor Lagerbeginn einen Einkauf für etwa 80 bis 85 Personen für drei Tage bewältigen. Denn am Montag war der 1. August, da hatten die Läden geschlossen. Sie mussten in den ersten Tagen des Lagers auch herausfinden, wie sie ihre Organisation optimieren (= verbessern) können. Gegen Ende der Woche ging es besser. Am letzten Tag musste das Küchenteam die Küche blitzblank putzen. Das war sehr anstrengend. Das Küchenteam hat tapfer durchgehalten und verdient ein grosses Dankeschön!

Sehr viele haben dazu beigetragen, dass das EDCY-Camp durchgeführt werden konnte:

Von Herzen vielen Dank allen, die gebetet, an uns gedacht und mitgearbeitet haben! Möge es Gott euch reichlich vergelten!

Abschliessende Gedanken

Der Vers «Denn ich allein weiss, was ich mit euch vorhabe: Ich, der Herr, werde euch Frieden schenken und euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung.» (Jeremia 29, 11) war für viele Teilnehmer eine Ermutigung. Viele wissen nicht, wie es mit ihnen weitergeht. Viele sind auf Stellensuche oder noch in der Ausbildung. Wir dürfen trotzdem zuversichtlich sein, dass Gott – trotz allem – Frieden, Zukunft und Hoffnung schenken wird, auch für die CGG Schweiz. Lasst und weiter an Gott festhalten und uns von ihm überraschen lassen.

Mirjam

Aus der Gemeinschaft Oktober 2011