Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Interview mit Rainer Miebach: Organisation der EDCC in Deutschland vom 12. bis 21. Juni 2009

Rainer Miebach hat im Team von der EDCC («European Deaf Christian Conference» = Europäische Christliche Gehörlosenkonferenz) gearbeitet. Er war für die Korrespondenzen zuständig, hat das Programm mitgestaltet und war während der Woche Ansprechperson für Fragen. Ich habe mit Rainer ein Interview durchgeführt.

MirjamWie kam Deutschland dazu, die EDCC zu organisieren?
RainerDie erste Konferenz, die IDCD (= ‹International Conference for the Deaf Christian› = Internationale Konferenz für gehörlose Christen) fand vor 40 Jahren in Deutschland statt. Damals organisierte ein Gehörloser aus Stuttgart, Dieter Dettling, die Konferenz. Er ist inzwischen zu Gott heimgegangen.
Während der EDCC 2004 in Dänemark bekam Deutschland die Anfrage, nach 40 Jahren wieder eine Konferenz zu organisieren, dieses Mal die EDCC. Die CGG München, Mülheim und Lüdenscheid unterstützten die Organisation der EDCC.
Die Anlage (Hotel ‹Seeburg›, Gruppenhaus ‹Freizeitschloss› und Zeltplatz) gehören einer Organisation ‹Wort des Lebens›, kurz WDL. Die ‹CGG München› konnte die Anlage von WDL für die EDCC reservieren.
MirjamIst es das erste Mal, dass du eine Konferenz organisiert hast?
RainerJa, ich habe zum ersten Mal eine grosse Konferenz organisiert. Vorher habe ich mehrere kleine Freizeiten durchgeführt, zum Beispiel über Ostern. Da habe ich bereits Erfahrungen sammeln können.
MirjamWas war an der Organisation schwierig?
RainerDie ganze Anlage von WDL (Hotel ‹Seeburg›, Gruppenhaus ‹Freizeitschloss› und Zeltplatz) musste für die Gehörlosen reserviert werden. Normalerweise wird nicht die ganze Anlage für eine einzelne Gruppe reserviert, daher war es ein Risiko alles für die Gehörlose zu reservieren. Wir wussten nicht, ob genügend Personen kommen werden. Aber es hatte sehr gut geklappt. Sehr viele sind gekommen.
Eine andere Schwierigkeit war die Zeit. Die Konferenz fand schon bald statt, und zum organisieren hatten wir immer weniger Zeit. Trotzdem ist es gut gegangen.
Eine weitere Herausforderung waren die vielen E-Mails. Ich bekam täglich 20 bis 30 E-Mails. Die meisten waren auf Englisch. Mein Englisch war nicht so gut. Ich musste immer wieder im Wörterbuch nachsehen, wie es auf Deutsch oder Englisch heisst.
MirjamWas hat dir bis jetzt besonders gefallen?
RainerDie Gemeinschaft untereinander und die verschiedenen Predigten. Mir gefällt auch der Respekt unter den Gehörlosen aus verschiedenen Kirchenzugehörigkeiten (z.B. Pfingstgemeinde, Baptistengemeinde, usw.).
Wir waren ein gutes Team. Wir haben vor der Durchführung über Bildtelefon, ‹ooVoo› und E-Mails kommuniziert und so auf die Konferenz vorbereitet. Drei Mal haben wir uns auch persönlich getroffen, einmal, um die Anlage zu besichtigen und zwei Mal bei mir zu Hause. Das war gut.
MirjamRainer, vielen Dank für das Interview!

Mirjam

Aus der Gemeinschaft Oktober 2009