Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

CGG Schweiz

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Das Weihnachtsfest 1998 der CGG Schweiz in der Pfimi Bern

Für dieses Weihnachtsfest hatten sich die Gehörlosen aus der Pfimi etwas Besonderes ausgedacht. Wir hatten keinen Prediger. Wir machten das Programm selber. Jede CGG-Lokalgruppe brachte ihren eigenen Beitrag.

Das Weihnachtsfest der CGG Schweiz war 1998 in der Pfimi (Pfingstgemeinde) Bern. Das ist die Gemeinde von Reggie und Willi Herrsche. Sie haben dort geheiratet. Zuerst traf man sich zu einem Apero. Viele alte und neue Gesichter waren zu sehen. Schnell wurde es Zeit, mit dem Plaudern aufzuhören und in den kleinen Saal zum Weihnachtsgottesdienst zu gehen.

Zuerst begrüsste Willi Herrsche alle Gäste. Es waren auch Gehörlose vom Ausland anwesend: aus Indochina, aus Finnland, aus Dänemark und aus Deutschland. Die Gruppe Steffisburg mit ihrem Gebärdenchor begann einige Gebärdenlieder zu singen.

Die CGG Luzern mit Stefan Muheim und Tim Allen zeigte Dias von Bulgarien. Tim informierte über Anton Dimov und seine Arbeit unter den Gehörlosen. Es folgte ein Aufruf für eine Kollekte für Anton und die Gehörlosenarbeit in Bulgarien. Wir sind allen Geldspendern sehr dankbar! Es kamen grosszügige Spenden für Anton zusammen!

Danach gebärdete Liisa Hyytinen aus Finnland ein wunderschönes Lied, mit viel Gefühl und Bewegung, wie wir es nur selten gesehen haben.

Dann begann der besinnliche Teil vom Weihnachtsgottesdienst: Die CGG Gruppe Winterthur spielte die Geschichte von den 10 Jungfrauen. Statt Öllampen brauchten sie für das Theaterspiel Kerzen. Sogar Melissa, die Tochter von Brigitte Bürgi zeigte Schauspieltalent! Es sah sehr schön aus!

Anschliessend kam die Gruppe der Pfimi dran. Sie erzählte die Geschichte von den 5 klugen und von den 5 törichten (= dummen) Jungfrauen mit Folien. Man kann diese Geschichte nachlesen in Matthäus 25, 1–13. Ich möchte diese Geschichte noch genauer erklären. Wir haben dieses Thema im Hauskreis bei Reggie Herrsche durchgenommen. Reggie erklärte uns im Gottesdienst noch einmal, was diese Geschichte bedeutet:

An Weihnachten erinnern wir uns, dass Gott uns seinen Sohn Jesus gegeben hat. Jetzt warten wir auf die Wiederkunft von Jesus. Er wird bald wieder kommen. Wir wissen nicht wann. Deshalb ist es wichtig, dass wir wach bleiben. In der Geschichte von den 10 Jungfrauen hatten alle Öl. Alle warteten auf den Bräutigam (= Jesus). Alle wurden müde und begannen zu schlafen. Plötzlich kam der Bräutigam. Alle machten sich bereit. Ihre Öllampen waren leer. Die 5 klugen Jungfrauen hatten Reserve-Öl bei sich. Sie füllten nach und die Öllampe brannte wieder. Die 5 törichten Jungfrauen hatten kein Reserve-Öl bei sich. Sie gingen zum Laden und kauften neues Öl. Aber inzwischen war der Bräutigam mit den 5 klugen Jungfrauen weg. Die dummen Jungfrauen kamen zu spät.

Wir haben im Hauskreis überlegt, was das Öl bedeutet. Das Öl ist der Heilige Geist. Wenn wir immer Öl haben, sind wir immer bereit für Jesus. Wenn Jesus plötzlich kommt und uns holt, sind wir bereit. Aber wenn wir kein Öl mehr haben, sind wir nicht bereit für Jesus. Wir haben dann z.B. keinen Glauben mehr.

Reggie erklärte uns: An Weihnachten wollen wir daran denken, dass Jesus bald wieder kommt. Wir wollen wach bleiben und nicht schlafen. Wir wollen immer an unserer Beziehung mit Jesus arbeiten. Unsere Beziehung mit dem Heiligen Geist pflegen. Dann sind wir bereit, wenn Jesus kommt. Wir wissen nicht, wann Jesus kommt. Es ist wichtig, bereit zu sein für die Wiederkunft von Jesus.

Nach der Gruppe Pfimi kam die Gruppe Wettingen und machte das Abschlussgebet. Sie hatten auch Kerzen. Dann zeigte die Gruppe CHG Bern ein kleines Theater mit Masken.

Am Schluss kam nochmals die Gruppe Steffisburg mit ihrem Gebärdenliederchor nach vorne. Wir schlossen den Weihnachtsgottesdienst mit einem Lied ab.

Nach dem Gottesdienst kam der gemütliche Teil mit einem wunderbaren Festessen. Tim und Liz Allen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben mit viel Liebe gekocht. Es war ein bulgarisches Festessen! Tim und Liz kochten so viel, dass man am Schluss noch etwas davon mit nach Hause nehmen konnte.

Nach dem Essen begannen einige zu ‹töggelen› (= Tischfussball spielen). Dann riefen uns Willi und Reggie zu einem Päcklispiel. Das Lustige am Spiel war: es hatte zu viele Päckli... Einige Besucher durften sich ein zweites Geschenk hervorsuchen.

Bald wurde es Zeit, das Fest abzuschliessen und sich zu verabschieden. Wir werden uns noch lange an dieses CGG-Weihnachtsfest erinnern.

Zum Schluss einen grossen Dank an alle, die dieses grossartige Fest mitorganisiert haben:

Aus der Gemeinschaft April 1999