Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Hauskreis St. Gallen

Der Hauskreis in St. Gallen stellt sich vor

Vorgeschichte

von links nach rechts:  Gregor, Daniel, Tino und Richard
von links nach rechts:
Gregor, Daniel, Tino und Richard

Der Hauskreis in Winterthur wurde im Jahre 1980 gegründet (Siehe Gemeinschaft Nr. 4/02). Mit der Zeit kamen ein paar St. Galler Gehörlose nach Winterthur zum Hauskreis. Um den weiten Weg zu vermeiden, haben wir einen neuen Hauskreis in St. Gallen eröffnet, und zwar im Jahre 1995. Zuerst haben wir uns zu Hause bei einem Kollegen von Tino in St. Gallen-Bruggen getroffen. Später verlegten wir den Hauskreis zur Pfingstmission in St. Gallen-Waldau. Leider schrumpfte der Hauskreis auf drei Personen, die regelmässig zusammengetroffen sind. Später kam ein junger Gehörloser neu zu uns. Bald darauf ist eine junge Frau ins Bündnerland ausgezogen. So sind wir wieder zu dritt. Da wir sehr nahe beieinander wohnen, haben wir beschlossen den Hauskreis, abwechselnd bei mir und Tino den Hauskreis abzuhalten. Jetzt ist ein neuer zu uns gestossen. Vielleicht denkt man «Ah, so wenige Leute sind dort». Aber eine Bibelstelle ermutigt uns, denn Jesus spricht: « Wo zwei oder drei in meinem Name treffen, bin ich mitten unter Ihnen » (Matthäus 18,20). Das soll uns ermutigen, den Hauskreis weiter zu führen. Unter anderem haben wir einen Alpha-Live-Kurs bearbeitet. Wir sind dankbar, dass wir überhaupt den Hauskreis haben können.

Ich, Richard, habe mit den Hauskreisteilnehmern Interviews gemacht.

Interview mit Gregor

Richard: Gregor, Du bist schon bald seit zwei Jahren bei uns im Hauskreis. Wie fühlst du dich dort?
Gregor: Der Hauskreis ist eine ideale Gelegenheit, mehr über das Gottes Wort zu hören. Das Gute am Hauskreis ist jedoch nicht ‹nur› das Zuhören, sondern dass man auch eigene Fragen, Meinungen, Antworten bringen kann. Während man in einem Gottesdienst vor allem ‹nur› zuhört, kann man im Hauskreis selber die Initiative übernehmen, selber Diskussionen anregen, selber Fragen stellen und andere Meinungen erfahren. Im Hauskreis ist die Gemeinschaft vorhanden, wodurch man auch im Glauben gestärkt wird. Man kann hier unter anderem seine Zweifel, Fragen und Probleme erzählen bzw. loswerden. Kurz gesagt: ich fühle mich wohl. Im Moment besuchen vier Personen regelmässig den Hauskreis. Über einen Zuwachs würden wir uns jedoch freuen.
Richard: Kannst du etwas vom Hauskreis profitieren?
Gregor: Ja sehr, denn so können wir die Beweggründe Gottes durch Diskussionen, Bibellesen etc. besser verstehen. Nicht nur inhaltlich verstehen wir mehr, es bringt uns auch im Glauben weiter. Wenn ich, angenommen, mal eine schlechte Woche hinter mir hätte, könnte es mir helfen, wenn ich einfach erzähle, wie es in mir diese Woche zum Beispiel bei der Arbeit schief lief. Es ist zudem auch schön, gemeinsam Lieder singen zu können.
Richard: Was für Thema bearbeitet ihr im Hauskreis?
Gregor: Als ich neu in den Hauskreis kam, haben wir den Alpha Live Kurs bearbeitet. Gerade, wenn man frisch zum Glauben kommt, ist dieser Kurs eine ideale Plattform, um mehr über Jesus und über den Glauben zu verstehen. Danach haben wir verschiedene biblische Vorbilder genauer betrachtet, damit wir von ihnen mehr lernen konnten. Seit kurzem machen wir es so: Ein Hauskreisteilnehmer wählt eine Bibelstelle aus, informiert die anderen über das Thema, so dass es alle als ‹Hausaufgabe› vorbereiten können. Anschliessend diskutieren wir im Hauskreis über das Thema. Derjenige, der die Stelle ausgewählt hat, wird dann den Hauskreis führen. Wir wechseln dabei zirkulierend ab, so dass jeder mal an der Reihe ist. Es muss jedoch nicht zwingend eine Bibelstelle sein, man kann auch z.B. einen Referat über ein beliebiges Thema machen. So haben wir zum Beispiel einmal das doch etwas komplexe Thema Evolution/Schöpfung an zwei Abenden behandelt. Kurz gesagt: wir sind flexibel. Wichtig dabei ist einfach, dass es in Gottes Willen geschieht.

Interview mit Tino

Richard: Tino, Du bist schon vom Anfang an immer im Hauskreis dabei. Der Hauskreis ist immer klein geblieben. Warum wolltest du nicht nach Winterthur zum Hauskreis gehen?
Tino: Der Grund ist wahrscheinlich der weite Weg. Anfangs war ich noch auf der Suche nach der Liebe von Jesus Christus. Zuerst habe ich bei Christian Gauer (Hörende) einen Hauskreis besucht. Dabei habe ich mich nicht wohl gefühlt.(Ich war noch am Zweifeln, ob es Jesus gibt.) Ich wollte unter Gehörlosen sein. Durch meine Initiative wurde Richard Leiter des Hauskreises für Gehörlose. Anfangs haben wir diesen bei Christian Gauer daheim in St.Gallen durchgeführt. Jetzt sind wir vier Personen. Ich bin gerne in einer kleinen Gruppe. Ich wünsche mir, dass noch 2-4 Personen zu uns kommen.
Richard: Was für Eindrücke hast du vom St.Galler Hauskreis?
Tino: Ich fühle mich wohl, da wir miteinander Gott loben und Gottes Wort aus der Bibel lesen.
Richard: Wie haben Deine Kollegen dich akzeptiert, als du gläubig geworden bist? Hast du noch Kontakt?
Tino: Ich habe noch Kontakt mit meinen Kollegen. Es gab unterschiedliche Akzeptanz. Einige lassen mich in Ruhe. Andere sagen mir etwas über die Bibel. Es gibt immer noch solche, die nicht wahr haben wollen, dass ich an Jesus glaube.
Richard: Wie reagieren Deine Kollegen, wenn Du von der Evangelisation sprichst?
Tino: Meistens sagen sie schon von Anfang an: «Ich möchte nicht über das reden». Nur wenige hören noch zu.
Tino mit Richard

Tino mit Richard

Interview mit Daniel

Richard: Daniel, Du bist jetzt neu zu unserem Hauskreis gestossen. Herzlich willkommen! Von wo bist Du gekommen und weshalb bist Du in die Ostschweiz gekommen?
Daniel: Bis Ende 2002 wohnte ich in Derendingen im Kanton Solothurn (das Dorf liegt an der Emme, mitten zwischen den Autobahnen A1 und A5). Weil es meiner früheren Arbeitgeber-Firma (Ascom) schlecht ging und ich Mitte 2002 entlassen wurde, musste ich eine neue Stelle suchen und fand eine in der Firma Stadler in Bussnang bei Weinfelden TG. Natürlich wohne ich jetzt nicht mehr im Kanton Solothurn, das wäre ein unmöglicher Arbeitsweg. Ich habe in Rothenhausen nahe bei Bussnang eine schöne neue Wohnung gefunden.
Richard: Hast Du vorher einen Hauskreis besucht und wo? Wo hast Du vorher immer denn Gottesdienst besucht und heute?
Daniel: Ich war bei Reggie und Willi Herrsche in Münchenbuchsee im Hauskreis. In den Gottesdienst bin ich in die Baptistengemeinde Bern gegangen. Heute bin ich noch nicht Mitglied in einer lokalen Gemeinde in der Ostschweiz. Zur Zeit gehe ich in die Arche Winterthur in den Gehörlosen-Gottesdienst.
Richard: Natürlich kannst Du noch nicht viel zum St. Galler Hauskreis sagen. Darum frage ich, hast Du irgendwelche Wünsche zum St. Galler Hauskreis?
Daniel: Ich wünsche mir, dass es nicht so stark schneit wie letzten Donnerstag, als Gregor, Richard und Tino wegen dem Schnee darauf verzichteten, zu mir in den Hauskreis zu fahren. Spass beiseite: ich wünsche mir, dass wir im St. Galler Hauskreis eine gute Gemeinschaft entwickeln und ‹vorwärts kommen› und dass alle immer wieder einen Beitrag zum Hauskreis einbringen. So gibt es einen guten Ausgleich, und wir können miteinander in Jesus Christus wachsen: Epheser 3:14-19.
Angeregte Diskussion - wie immer im Hauskreis

Angeregte Diskussion - wie immer im Hauskreis

Richard

Aus der Gemeinschaft April 2003