Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

CGG Schweiz

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Schulbetrieb - das 10. Schuljahr

Die Schule in Riberalta ging am 18. Februar 2008 in das 10. Betriebsjahr.

Bis auf eine Schülerin sind wieder alle Schüler gekommen, dazu sind zwei neue 9-jährige Kinder eingetreten.

Es ist manchmal schwierig, die Eltern zu überzeugen, dass die Kinder in die Gehörlosenschule eintreten sollen. Daher ist es immer wieder erfreulich, zu sehen, dass Eltern sich - auch wenn am Anfang Bedenken herrschen - bereit erklären, ihre Kinder in eine Gehörlosenschule zu schicken. Die Schule hat einen guten Ruf und bietet eine gute Bildung an. Dies ist ermutigend für Eltern, welche noch Bedenken haben.

Vier ältere gehörlose Schüler besuchen die 7. Klasse integriert in der hörenden Regelschule. Der Unterrichtsstoff wird gedolmetscht. Sie kommen zudem jeden Schultag für 2 Stunden in die ‹Arca›, um dort die Hausaufgaben zu erledigen und werden dabei unterstützt.

Es gibt für Jugendliche und Erwachsene eine hörende Abendschule in Riberalta. Diese wird von 12 Gehörlosen besucht. Dort gibt es auch Dolmetscher. Auch ihnen wird bei den Hausaufgaben geholfen.

Insgesamt hat die ‹Arca› 47 Schüler. Diese werden von 10 Lehrern betreut. Was sehr schön ist: es werden immer mehr Lehrer vom Staat bezahlt! Aktuell sind es zwei LehrerInnen. Eine dritte soll bald auch vom Staat entlöhnt werden. Dies beweist, dass die Schule das Vertrauen des Staates geniesst.

Sara Kolb unterrichtet Religion und Gehörlosenkultur. Sara macht Logopädie mit Schülern, welche etwas hören können. Carole macht pädagogische Arbeiten.

Im administrativen Bereich haben wir sieben Angestellte. Neu wurde ein Buchhalter eingestellt, Saúl. Er ist Vater von drei gehörlosen Mädchen. Er entlastet Andreas bei seiner Arbeit. Es wird eventuell noch eine Sekretärin eingestellt.

Die ‹Arca› soll ein Verein werden. Bisher war die Schule unter der Leitung der CGG Schweiz. Dies führt manchmal zu Problemen. Als Beispiel: ein Grundstückkauf ist schwierig. Wir müssten z. B. die Statuten auf Spanisch übersetzen, Vertreter für die Vertragsunterzeichnung nach Bolivien schicken usw. Das bisherige Land mussten Daniel und Andreas «privat» erwerben, da es sonst viel zu aufwändig gewesen wäre (siehe Gemeinschaft 2/99, Seite 15). Mit einem Verein ‹Arca› kann die Schule selbst Boden kaufen und es würde dem Verein gehören. Wie die Zusammenarbeit zwischen der CGG und dem Verein ‹Arca› aussehen soll, ist noch Gegenstand der Diskussion. Z. B. was passiert, wenn Andras Kolb einmal nicht mehr Schulleiter sein möchte.

Am 30. Mai 2008 fand dort das Jubiliäumsfest statt. Es kamen vier Vertreter aus der Schweiz. Bericht über die Feier folgt in der nächsten Gemeinschaft.

Bezüglich Bolivien gibt es noch ein anderes wichtiges Thema:

Die politische Situation ist in Bolivien im Moment schwierig. Der sozialistische Präsident von Bolivien, Evo Morales, hat das Ziel, die arme Bevölkerung zu unterstützen. Die arme Bevölkerung lebt im Hochland im Westen Boliviens. Das Tiefland ist fruchtbar im Gegensatz zum Hochland. Darum geht es den Leuten im östlichen Tiefland besser (speziell Santa Cruz). Das Tiefland soll das ärmere Hochland unterstützen. Die Leute im Tiefland lehnen es mehrheitlich ab. Die Leute verlangen Autonomie (=Selbstständigkeit). 85% Prozent der Leute im Departement (= ‹Kanton›) Santa Cruz befürworteten die Autonomie. In den anderen Departementen des Tieflands wird bald auch eine Abstimmung gemacht, auch in Beni, wo Riberalta liegt.

Wir hoffen, dass es trotzdem ruhig bleibt und die Schule nicht leiden muss (bei einer Autonomie wäre der bolivianische Staat für die Lehrerlöhne eventuell nicht mehr zuständig, sondern die autonomen Departemente).

Für die vier Vertreter der Schweiz, welche nach Bolivien fliegen, hat es auch Auswirkungen: die Zusatzwoche in Cochabamba muss vermutlich durchgestrichen werden, weil das Flugzeug «aus politischen Gründen» (was immer das heissen mag) nicht mehr dorthin fliegt (Stand: Redaktionsschluss)...

Gebetsanliegen:

Aus der Gemeinschaft Juli 2008