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Soon Ok Lee: Lasst mich eure Stimme sein!

Buchvorstellung: Bericht einer Nordkoreanerin

Kurzvorstellung

Soon Ok Lee war Anhängerin vom nordkoreanischen Präsidenten Kim ll Sung (†1994). Sie war überzeugte Kommunistin und glaubte fest: Der Kommunismus ist gut. Es geht allen Menschen in Nordkorea gut. Es gibt keine armen Leute. Der sozialistische Staat sorgt gut für alle.

Viele hohe Offiziere beziehen auf verbotenen Wegen Ware. Ein Offizier zwang Soon Ok Lee, ihm etwas zu geben. Sie konnte nicht, weil es gegen die Vorschriften war. Der Offizier rächte sich und liess sie verhaften. So kam die unschuldige Soon Ok Lee in Untersuchungshaft. Mit schlimmster Folter versuchte man, aus ihr ein Geständnis zu erpressen für etwas, was sie gar nicht getan hat. Schliesslich wurde sie zu 13 Jahren in ein Arbeitslager verurteilt. Nach sechs Jahren im Lager wurde sie überraschend freigelassen. Sie musste dort der Behörde versprechen, niemandem von dieser Gefangenschaft zu erzählen und wieder voll dem Kommunismus zu dienen.

Soon Ok Lee unterschrieb diese Vereinbarung. Sie wusste: wenn sie nein sagte, würde man sie gleich wieder verhaften. Sie wusste: ich muss trotzdem unbedingt von diesen Arbeitslagern erzählen. Viele wissen gar nicht, dass es in Nordkorea heute schreckliche Gefangenenlager gibt. Dort arbeiten Menschen jeden Tag 20 Stunden lang und müssen ein Arbeitssoll erfüllen. Sie haben sehr schlechte Arbeitsbedingungen: wenig Licht, keine Heizung, sind krank oder schwach. Oft schlafen diese Menschen nicht einmal 4 Stunden. Wer sein Soll nicht erfüllt, wird hart bestraft: Folter, Essensentzug (normalerweise pro Tag nur 300g Nahrung) usw.

Kim II Sung hatte befohlen: Wer gegen den Kommunismus ist, darf keine Kinder haben bis in die 3. Generation. Alle schwangeren Frauen, die ins Lager kommen erhalten eine Spritze mit Gift, damit sie eine Fehlgeburt haben. Sie leiden bis zu 48 Stunden an schlimmen Schmerzen und müssen ihre Kinder so gebären. Wenn sie schreien, werden sie von den Wächtern in den Leib getreten. Lebt nach einer Geburt das Baby, wird es sofort getötet.

In Nordkorea werden immer noch Christen verfolgt. Sie sind die Feinde des kommunistischen Staates. In diesem Arbeitslager gibt es auch viele Christen. Sie müssen am meisten leiden wegen ihrem Glauben. Soon Ok Lee erzählt auch von ihnen und ihrem festen Glauben.

Soon Ok Lee entdeckte durch die Verhaftung und das Arbeitslager die andere Seite des Kommunismus. Sie begann am System zu zweifeln. Nach ihrer Freilassung wurde sie Christin. Sie und ihr Sohn konnten aus Nordkorea fliehen, ihr Mann musste zurückbleiben und ist seitdem verschollen.

Kommentar

Es ist ein sehr erschütterndes und beeindruckendes Buch und sprachlich nicht so schwierig geschrieben.

Wir leben jeden Tag und haben ‹alles›, was wir brauchen. Wir haben Essen, Arbeit und viel Freizeit. Trotzdem reklamieren wir immer wieder über kleine Dinge oder wir sind unzufrieden. Zur gleichen Zeit (jetzt) existiert in Nordkorea ein Arbeitslager, das fast vergleichbar ist mit einem Konzentrationslager aus dem 2. Weltkrieg. Beim Eintritt ins Lager heisst es: «Ab jetzt bist du kein Mensch mehr!» Dort ist es wie die Hölle auf Erden.

Das gibt zu denken: Sind wir dankbar für unser Land und alles, was wir haben? Denken und beten wir auch für diese Menschen dort, die sehr leiden müssen. Vor allem für die Christen, die viel mehr leiden müssen als alle anderen Gefangenen.

Aus der Gemeinschaft Juli 2007