Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft

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Daniel, ein gehörloser Bub

Diese Geschichte zeigt sehr gut, welche Probleme gehörlose Kinder in Bolivien haben, und wie die Gehörloseschule helfen konnte

Daniel wurde taub geboren. Ob dies vererbt ist oder weil die Mutter mit verschiedenen Mitteln versuchte, die Schwangerschaft abzubrechen, ist nicht klar. Die Nachbarin erbarmte sich seiner und stillte ihn. Bald darauf verliess ihn die leibliche Mutter und die Nachbarn adoptierten ihn. Sie wussten jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht, dass er gehörlos ist.

Internat-Familie «Casa Sol», Daniel sitzt ganz links
Internat-Familie «Casa Sol», Daniel sitzt ganz links

Seitdem seine Gehörlosigkeit festgestellt wurde, muss die Adoptivmutter viel Leid ertragen. Die eigene Familie und die Dorfbewohner halten ihr vor, einen grossen Fehler mit der Adoption gemacht zu haben. Daniel sei ja nur eine grosse Last, er würde nie zu etwas taugen, sondern koste sie nur jede Menge Geld. Daniel hat einen älteren und einen jüngeren Bruder. Da seine Familie auf dem Land wohnt, besuchte er die erste Klasse in einer hörenden Schule, wo er viel Spott (= ausgelacht werden) und Diskriminierung erleiden musste. Seit ungefähr einem Jahr lebt er im Internat ‹Casa Sol› und besucht das Gehörlosenzentrum ‹Arca›.

Längere Zeit war er das Sorgenkind der Pflegeeltern. Durch seinen aufbrausenden Charakter (= wird schnell wild) und eine etwas hinterhältige (= schlau, aber negativ gemeint) Art provozierte er oft. Doch in den letzten Wochen ist eine erfreuliche Veränderung feststellbar.

Er beteiligt sich positiv am Familienleben und ist sehr hilfsbereit. Zum Beispiel macht es ihm Freude, der Hausmutter in der Küche zu helfen. Auch in der Schule macht er Fortschritte und kann so vertieft arbeiten, dass er sogar auf die Pause verzichtet, um weiterrechnen zu können. Das Casa Sol bietet ihm einen geschützten Rahmen, ein Zuhause, wo er christliche Liebe und eine gute Erziehung geniessen kann.

Dank der Schule und der gelehrten Gebärdensprache kann er in den Kulturtechniken Fortschritte machen.

Aus der Gemeinschaft Oktober 2005